Keine Gentechnik!

Im Bild: Copyright: Nick Jaussi

Worum geht es?

Die Europäische Union bestimmt mit ihren Regeln viele Bereiche unseres Alltag. Dazu gehört auch die Frage, welches Essen auf den Tisch kommt und ob dabei Gentechnik mit im Spiel war. Diesen Aspekt regelt das EU-Gentechnikrecht. Die EU-Kommission möchte diese 20 Jahre alten Regelungen gerne ändern, damit mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT) wie Crispr/Cas hergestellte Pflanzen schnell auf den Markt kommen können. Die laufende Debatte darüber zeigt, wie Gesetze in der EU entstehen und welche Bedeutung Lobbyisten dabei haben.

Neue Einigung: Gentechnik in Lebensmitteln verstecken

Das Europaparlament, Mitgliedstaaten der EU und die EU-Kommission haben sich am 4.12.2025 vorläufig auf eine Verordnung für Pflanzen aus NGT geeinigt. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Pflanzen, deren Erbgut an höchstens 20 Stellen jeweils bis zu 20mal geändert wurde (Kategorie 1), gelten als gleichwertig mit herkömmlich gezüchteten Pflanzen. Ausnahmen: Sie sind herbizidresistent oder produzieren Insektizide.
  • Lebensmittel, die aus diesen Pflanzen hergestellt wurden, müssen nicht mehr gekennzeichnet werden
  • Patente auf die Pflanzen sind erlaubt
  • Pflanzen der Kategorie 1 brauchen keine Zulassung. Ihr Risiko für Mensch, Tier und Umwelt muss nicht untersucht werden.
  • Es gibt keine Regeln für eine Koexistenz mit ökologischer und gentechnikfreier Land- und Lebensmittelwirtschaft. (Quelle: www.keine-gentechnik.de)

Anfang kommenden Jahres werden Parlament und EU-Mitgliedstaaten darüber abstimmen, ob der Kompromiss Gesetz werden soll. Verbände aus Umweltschutz und (Bio)Land- und Lebensmittelwirtschaft wollen das verhindern und protestieren heftig. Warum?

3 Gründe für eine gentechnikfreie Zukunft auf dem Teller

1 – Gentechnik gefährdet die Artenvielfalt

Wo ist das Risiko?

  • Biodiversität ist entscheidend für ein gesundes Ökosystem und die Nahrungsmittelproduktion. Gentechnisch veränderten Organismen (GVO) können sich unkontrolliert mit natürlichen Arten kreuzen, was die genetischen Merkmale von Wildpflanzen und Wildtieren beeinträchtigen kann
  • Bestimmte GVO können resistenter gegenüber Schädlingen oder Herbiziden gemacht werden. Dadurch würden sich bestimmte Arten von Insekten oder Beikräutern anpassen und ihrerseits resistente Populationen entwickeln.
  • Insgesamt kann es zu einem Verlust der genetischen Vielfalt, unerwünschten und unvorhersehbaren Kreuzungen und Resistenten kommen.
  • Ein Teufelskreis: durch die Resistenzen braucht es mehr Pestizide, was die Umwelt belastet und die Artenvielfalt weiter senkt.

2 – Patente auf Leben

Wo ist das Risiko?

  • Die zu erwartende Monopolisierung von Pflanzeneigenschaften durch einzelne Unternehmen wird absehbar dazu führen, dass deutsche Landwirte und kleine und mittelständische Züchter den Zugang zum Markt verlieren.
  • Mit der geplanten Deregulierung droht eine Flut an Patenten auf Pflanzen, Tiere und deren genetische Eigenschaften. Oft werden sogar natürliche Eigenschaften als „Erfindungen“ patentiert. Patente bremsen den Fortschritt in der Pflanzenzucht, verursachen hohe Kosten für Züchter und verstärken die Abhängigkeiten für Landwirtschaft und Ernährung.

3 – Kein Schutz für die ökologische Landwirtschaft

Wo ist das Risiko?

  • Durch ein Aufweichen des EU-Gentechnikrechts wird sich zukünftig nicht mehr garantieren lassen, dass Bio-Lebensmittel frei von Gentechnik sind. Bislang konnte sich die Bio-Branche auf das Gentechnikrecht der EU verlassen, das auf dem Vorsorgeprinzip basiert und Wahlfreiheit und Transparenz garantiert. Doch genau dieses Prinzip steht nun auf der Kippe.
  • Wird es in Zukunft noch gentechnikfreie Sorten geben? Die zunehmende Konzentration des Saatgutmarkts spürt man schon heute. Wir brauchen biologische Vielfalt und die größtmögliche Unabhängigkeit von agrarindustriellen Strukturen in der ökologischen Landwirtschaft.

Wir fordern:

Wir fordern die Politik auf, ihrer Verantwortung für die Landwirtschaft und Gesellschaft in Deutschland entsprechend zu handeln und dafür Sorge zu tragen, dass auch künftig gentechnikfreier Anbau in Europa möglich bleibt!

Und wir sind nicht allein:

Ein Zusammenschluss der Unternehmen REWE, dm, Alnatura, dennree und Rapunzel forderten im November 2025 in einem Offenen Brief die EU-Parlamentarier Manfred Weber, Jessica Polfjärd und Stefan Köhler (alle EVP) auf, die vollständige Kennzeichnungspflicht auch für Neue Gentechnik zu erhalten.

Was kann man tun?

Mitmachen! Unterzeichnen Sie die Petition:

„Kennzeichnung und Regulierung aller Gentechnik-Pflanzen erhalten“

Foto: Nick Jaussi

Küche trifft Region – 8. Ausgabe

Am 30. Oktober fand erneut das beliebte Format „Küche trifft Region“ statt – ein Speed-Dating der besonderen Art, bei dem sich Gastronomiebetriebe und regionale Bio-Lieferbetriebe in kurzen, intensiven Gesprächen kennenlernen konnten.

In siebenminütigen Runden wechselten Vertreterinnen und Vertreter von Küchenbetrieben von Tisch zu Tisch, um sich über innovative Bio-Produkte aus der Region zu informieren, diese zu verkosten und direkte Kontakte zu knüpfen. Insgesamt nahmen 19 Lieferbetriebe teil – von der Bio-Schaukäserei Wiggensbach bis zur Regenbogen Arbeit gGmbH – und präsentierten ihre Produkte mit Fokus auf zertifizierte Bio-Qualität und regionale Herkunft.

Auch die Küchenbetriebe waren zahlreich vertreten: 14 Einrichtungen, darunter Burda Kantinen GmbH, die Städtische Realschule an der Blutenburg und das Wirtshaus Der Pschorr, nutzten die Gelegenheit, neue Bezugsquellen für ihre Standorte zu entdecken. Gemeinsam versorgen sie über 360 Einrichtungen in und um München – ein starkes Netzwerk für nachhaltige Außer-Haus-Verpflegung.

Ein kulinarisches Highlight bot der Gastgeber und Betreiber der Kantine des Baureferats apartment02, der aus den Produkten der Lieferbetriebe leckere Kostproben zubereitete. Ergänzt wurde das Programm durch Beratungsmöglichkeiten des Münchner Haus der Kost, das mit Küchencoaches vor Ort war.

Das Format zeigt: Der Tag hat gezeigt: Regionale Bio-Produkte und Münchner Gastronomie passen perfekt zusammen – und hier findet man schnell zusammen. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!

Das Projekt findet im Rahmen des Bio-Regio-Managements im Auftrag des Referats für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München statt. Es wird von Ecozept in Zusammenarbeit mit Bioland, Naturland und der Projektstelle Ökologisch Essen durchgeführt.

Kraut

Beliebtes Gemüse auf der ganzen Welt

Weltweit wurden 2022 mehr als 70 Millionen Tonnen Kohl geerntet. Damit gehört es zu den meistangebauten Gemüsesorten der Welt. Sauerkraut, Rotkohl, Wirsing: auch hierzulande ist es ein beliebtes Gemüse und auch aus der Bayerischen Küche nicht wegzudenken. Etwa 6 kg kommen in Deutschland pro Kopf jedes Jahr auf den Tisch.

Möchtet ihr bio-regionales Kraut anbieten? Hier findet ihr regionale Lieferanten!

Gut für die Gesundheit

Kraut lässt sich nicht nur sehr abwechslungsreich zubereiten, es hat auch viel zu bieten:

  • Ballaststoffreich – ideales Gemüse für die kalorienarme Ernährung
  • Reich an Vitamin C, Calcium und Magnesium
  • Senföl wirkt entzündungshemmend
  • Linolelsäure wirkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen
  • Fermentiert als Sauerkraut wirkt es positiv auf das Darm-Mikrobiom

Tipp: Kraut ist eher schwer verdaulich. Für die bessere Verträglichkeit einfach mit Kümmel, Anis oder Fenchel würzen oder kurz blanchieren.

Was wächst bei uns?

Das Gute wächst so nah: in Deutschland wird aktuell mehr Kraut angebaut als verbraucht wird. Importe sind also nicht nötig, im Gegenteil: wer in der Region einkauft, weiß nicht nur, wo’s herkommt, sondern unterstützt auch die Landwirte und die Wirtschaft vor Ort.

Ein paar der wichtigsten Sorten im Überblick:

Rotkohl

Ein Klassiker in der Bayerischen Küche, findet roh oder gekocht verschiedene Verwendung als saftige Beilage.

Weißkohl

Sehr vielseitig verwendbar und – je nach Frische – gekocht, roh, gebraten oder geraspelt und fermentiert ein Genuss.

Spitzkohl

Milder und feiner im Geschmack, schmeckt Spitzkohl gegart oder sogar roh. Besonders die frischen Blätter eignen sich für den rohen Genuss.

Kulinarisches Kulturgut: das Ismaninger Kraut

Im Münchner Norden wächst ein ganz besonderes Schmankerl: das Ismaninger Kraut ist eine über 500 Jahre alte Sorte, die seitdem auf den fruchtbaren Böden im Ismaninger Umland angebaut wird. Sie zeichnet sich besonders durch den mild-süßen Geschmack aus und wurde dafür 1900 auf einer Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Und die Qualität wurde nicht vergessen: das bayerische kulinarische Kulturgut hat es 2017 in die „Arche des Geschmacks“ von Slow Food geschafft.

Wer liefert frisches Kraut im Münchner Umland?

Aitrang

Der Hof im Allgäu wurde 2008 gegründe und betreibt seitdem ausschließlich biologisch-dynamischen Gemüseanbau.
Der Mindestbestellwert liegt je nach Liefergebiet bei ca. 100 €.

  • Weißkraut
  • Rotkraut
  • Wirsing
  • Spitzkraut
  • Filderkraut

Kontakt:

Tel: +049 160 906 29 805
Email: info@grasserhof.de

Ottobrunn

Großhandel und Lieferservice für Bio-Lebensmittel: Lunemann’s liefert seit 1983 ein Vollsortiment in München und die Region. Bestellung ohne Mindestbestellwert.

  • Weißkraut
  • Spitzkraut
  • Rotkraut

Kontakt:

Tel.: 089 992 286 80
Email: info@lunemanns.de

Pliening

Der familiengeführte Hof vor den Toren von München wirtschaftet nach den Bio-Richtlinien von Naturland und setzt auf gute Böden und Vielfalt für ihren ganzjährigen Gemüseanbau.

  • Spitzkraut (Jun-Dez)
  • Grünkohl (Okt-Jan)
  • Schwarzkohl (Jul-Jan)
  • Kohlrabi
  • Rosenkohl
  • Flowersprout

Kontakt:

Tel.: 08121 829 40
Email: servus@biohof-kollmannsberger.de

Fotos: Lena Grami, alegra kommunikation

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Aktionswochen: Carbon FOODprint

Klimaschutz mit Messer und Gabel – Die Carbon FOODprint Aktionswochen

Mit dem Projekt Carbon FOODprint haben wir im Sommer 2025 gemeinsam mit Münchner Betriebsrestaurants gezeigt: Klimaschutz beginnt beim Mittagessen. Denn was wir essen, hat großen Einfluss auf unseren CO₂-Fußabdruck. Rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen entstehen durch die Ernährung – ein enormes Potenzial für Veränderungen!

Kulinarisch das Klima schützen

Wir haben Betriebsrestaurants unterstützt, klimafreundlichere Gerichte auf die Speisekarte zu bringen. Dabei stand nicht der Verzicht im Vordergrund, sondern guter Geschmack bei gleichzeitig weniger Emissionen. Jede Küche hat als Herausforderung auch ein Fleisch- und Fischgericht entwickelt. Warum Herausforderung? Weil tierische Lebensmittel mehr CO₂-Emissionen erzeugen als pflanzliche. Trotzdem lassen sich köstliche Fleisch- und Fischgerichte mit vermindertem CO₂-Fußabdruck kreieren. Es kommt dabei auf die Fleischmenge, die Art des Cuts, Herkunft, und die Kombination mit anderen Zutaten an.

Wer war dabei?

Das Projekt wurde im Rahmen des Haus der Kost  mit Unternehmen des Klimapakt 3 Münchner Wirtschaft durchgeführt. Die Betriebsrestaurants der Unternehmen Flughafen München, Hubert Burda Media, Knorr-Bremse, MTU Aero Engines und Versicherungskammer Bayern haben an der Aktion teilgenommen und Carbon FOODprint Gerichte entwickelt.

Fast drei Tonnen CO2 Emissionen gespart

In der Aktionswoche servierten die teilnehmenden Küchen fünf klimafreundliche Gerichte, deren CO₂-Ausstoß mit Hilfe von Eaternity berechnet wurde. Alle Gerichte verursachen mindestens 30 % weniger CO₂-Emissionen als eine durchschnittliche Mahlzeit.
Insgesamt konnten durch die Aktion 2.846 kg CO₂äq eingespart werden. Das entspricht 17.145 gefahrenen Kilometern mit einem durchschnittlichen Auto und ist somit weiter als die Entfernung zwischen München und Sydney.

Rezepte für die Zukunft

Die Rezepte der Aktionswochen wurden gesammelt und in einem Kochbuch aufbereitet, das derzeit entsteht. Bald wird es hier auf unserem Blog zum Download bereitstehen. Damit können auch andere Küchen Klimaschutz zum Genießen auf den Teller bringen. Und auch privat kann man die Rezepte nachkochen, denn sie sind sowohl für vier als auch für zehn Portionen kalkuliert.

Ins Gespräch kommen

Besonders schön: Bei den Aktionsständen vor Ort sind wir mit vielen Tischgästen ins Gespräch gekommen. Mit dabei war das neue Smoothie-Rad, mit dem die Gäste ganz emissionsfrei leckeren Bio-Smoothie erradeln konnten. Das hat gezeigt: Klimaschutz macht Spaß und schmeckt.

Wie geht es weiter?

Wir wollen mit Carbon FOODprint zeigen, wie viel Potenzial in der Betriebsgastronomie steckt – und dass Klimaschutz für Küchen alltagstauglich umsetzbar ist. Gemeinsam mit euch möchten wir weiter daran arbeiten und werden auch im kommenden Jahr 2026 eine Aktionswoche anbieten.

Fotos: BUND Naturschutz München (Titelfoto, obere Reihe), Oliver Matthes (untere Reihe)

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Bio-regionales Hühnerfleisch

Hühnerbrust, Brathendl & Co.: Geflügel in Deutschland

Deutschland liebt Geflügel: mit knapp 160 Millionen Tieren ist das Huhn mit Abstand das häufigste Nutztier der Bundesrepublik. 2024 wurden ca. 13 Kilogramm Geflügel pro Person verzehrt.

Und in den letzten Jahrzehnten wurde nicht nur die Nachfrage größer, sondern auch die Produktion immer schneller: immer größere Ställe und größere Betriebe, die immer mehr Tiere in kürzerer Zeit mästen. So konnte eine enorme Menge an Fleisch produziert werden, doch dieses System ist ausgereizt: Heute wird deutlich, wie vor allem die Tiere aber auch unsere Gesundheit, die globalen Ressourcen und auch die Qualität der Lebensmittel unter dem Effizienzdruck leiden.

Doch es geht auch anders: Verbraucher achten auf artgerechte Tierhaltung, Bio-Betriebe aus der Region liefern Qualitätsprodukte mit transparenten Lieferketten und vielen Vorteilen für Umwelt, Tier und Mensch:

Diesen Mehrwert bietet Bio-Geflügel aus der Region

minimaler Antibiotika-Einsatz

Der Präventive Einsatz von Hormonen oder Antibiotika ist in der ökologischen Tierhaltung nicht zulässig. Ein Tier darf maximal einmal im Leben mit diesen Arzneimitteln behandelt werden, sonst verliert es den Öko-Status.

Durch diesen maßvollen Einsatz von Medikamenten kann die Bildung von Antibiotika-resistenten Keimen reduziert werden – eine Herausforderung, die auch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) als ernstes Problem anerkannt hat.

Foto: Gustavo Fring via Canva

artgerecht & würdevoll

In der ökologischen Tierhaltung gelten strengere Regeln, die eine möglichst artgerechte Tierhaltung ermöglichen sollen. Dazu gehören:

  • Mehr Platz im Stall
  • Einstreu zum Wühlen und Scharren
  • Zugang ins Freie
  • kein Stutzen der Schnäbel
  • langsame Aufzucht

Das kommt dem Tierwohl und nicht zuletzt auch dem Menschen zugute: eine artgerechtere Tierhaltung reduziert den Stress für die Tiere und kann dadurch Krankheiten vermeiden und die Qualität des Fleisches erhöhen.

Foto: alegra kommunikation

Bio-Futter vom Hof ohne Gentechnik

Tiere aus ökologischer Tierhaltung bekommen grundsätzlich bio-Futter, das ohne Gentechnik hergestellt wurde. Mindestens 30% muss auf dem eigenen Hof oder in der Region erzeugt werden.

Das schont neben dem Klima auch Böden und Grundwasser, denn hier gilt: kurze Transportwege und keine Überdüngung der Böden durch den maßvollen Tierbestand und den ökologischen Futteranbau.

Foto: TrueCreatives via Canva

Schon gewusst?

Die EU-Öko-Verordnung gibt die Mindest-Standards für den ökologischen Landbau und die ökologische Tierhaltung vor. Die Anbau-Verbände (Naturland, Bioland, Biokreis, Demeter u.a.) erfüllen diese Kriterien, gehen in ihren Standards aber in vielen Punkten noch weit über den Mindest-Standard hinaus: zum Beispiel bei der Besatzdichte, also wie viele Hühner pro Fläche gehalten werden dürfen oder welche Eingriffe am Tier vorgenommen werden dürfen.

So starten Sie mit bio-regionalem Hühnerfleisch in der Gastronomie:

Langsame Aufzucht unter artgerechten Bedingungen, hochwertiges Futter und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Schlachtung und Verarbeitung haben ihren Preis. Um bio-regionale Produkte trotzdem in der Gastronomie einsetzen zu können, braucht es ein gutes Konzept. So klappt der Einstieg:

Foto: JackF via Canva

Bio-Lieferanten aus der Region finden

Im Münchner Umland gibt es engagierte Bio-Betriebe, die hohe Standards erfüllen und unterschiedliche Produkte liefern können. Im Folgenden finden Sie eine erste Auswahl von Erzeugern, mit denen Sie direkt in Kontakt treten können.

Foto: Joshua Resnik via Canva

Kreative Rezepte, auch abseits der Edelteile

Stichwort „Ganztier-Verwertung„: Es muss nicht immer das Filet oder die Hühnerbrust sein. Kreative Menüs und ein reduzierter Fleischanteil bzw. die Aufwertung der Beilagen ermöglichen es, den Wareneinsatz bei gleichzeitig hoher Qualität im Rahmen zu halten. Und fördern gleichzeitig die Vielfalt auf der Speisekarte: Hühnerschenkel und Flügel lassen sich zum Beispiel als Pulled Chicken vielseitig einsetzen. Kleine Tricks mit großem Effekt beim Wareneinkauf.

Foto: kanchanachitkhamma via Canva

Gästekommunikation aufbauen

Zeigen Sie, welche regionalen Schmankerl bei Ihnen auf den Teller kommen und zeigen Sie den Gästen den Mehrwert der bio-regionalen Produkte. Qualität, die man schmeckt!

Woher beziehe ich die Ware?

Diese Betriebe liefern Bio-Geflügel aus der Region

1. Grosserhof

2. Biogeflügelhof Graf

3. Pichler Biometzgerei

4. Landfrau Ökologische Metzgerei

Titelfoto: fotolinchen / Magone via Canva

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Gewürz-Workshop mit SoulSpice

Vegetarische oder vegane Gerichte im Löffel-Umdrehen in etwas Außergewöhnliches verwandeln? Nichts einfacher als das!

Dass Gemüse heute viel mehr ist als „Mittel zum Zähnereinigen und Mundspülen“ (Grimod de la Reynière, erster Gastronomiekritiker, 1758-1837), verdanken wir nicht zuletzt dem Einsatz von Gewürzen aus aller Welt. Und es geht noch mehr: Profi-Koch Pascal Haag und das Bio-Gewürz-Label SoulSpice bringen die fleischlose Küche auf ein neues Level! Davon durften wir uns beim Gewürz-Workshop gemeinsam mit 9 Teilnehmenden aus Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung überzeugen.

Das Experten-Duo:

Pascal Haag

Koch, kreativer Rezept-Entwickler und Experte für die vegane Küche

Arbeitete sieben Jahre als Rezept-Entwickler in dem Restaurant Hiltl in Zürich, dem ältesten vegetarischen Restaurant der Welt. Heute begleitet er Gastronomiebetriebe beim Erstellen und bei der Umsetzung veganer Gerichte. Im März 2025 erschien sein Kochbuch „spice up“.

Boris Raflaski

Gründer und Geschäftsführer der Bio-Gewürz-Marke „SoulSpice“

 „Taste that matters!“ Boris Raflaski zeigt, dass Geschmack, Qualität und Nachhaltigkeit bei Gewürzen Hand in Hand gehen: von der Auswahl der besten Anbaugebiete über echte Handarbeit, ökologischen Landbau und inklusives Arbeiten für Menschen mit Benachteiligungen – das alles ist für SoulSpice nicht nur selbstverständlich, sondern liefert auch Produkte mit Qualität und Aroma-Intensität, die sich lohnt.

Der Workshop: die Welt der Bio-Gewürze in Theorie & Praxis

Pfeffer, Paprika, Kreuzkümmel, Kurkuma, Zimt oder Sumach – im Workshop konnten wir Klassiker und moderne Kreationen aus der Welt der Gewürze vertieft kennenlernen und verkosten. Um die Aromen der verschiedenen Pfeffer-Sorten hervorzuheben, wurden sie auf dünnen Apfelscheiben serviert. Pascal Haag brachte außerdem Cookies mit weißem Pfeffer mit – eine spannende und leckere Variante des Gewürz-Klassikers.

Im zweiten Teil des Workshops ging es an die Töpfe: hier zeigte Profi-Koch Pascal Haag die Möglichkeiten für die Gewürze und Gewürzmischungen von SoulSpice. Egal ob auf geröstetem Blumenkohl, auf Ofenkartoffeln oder in dem köstlichen „Fregola Sarda mit Spinat und Fenchel“ – unsere Geschmacksnerven wurden regelrecht in ein Aromen-Paradies katapultiert.

In der abschließenden Runde wurde deutlich: Alle könnten jetzt auch noch länger bleiben, denn die spannenden Infos zu Gewürzen, Kräutern und die Verwendungsmöglichkeiten in der Küche sind scheinbar endlos. Wir danken allen Teilnehmenden und den Referenten für die tolle Inspiration!

Fotos: Pauline Neu

Titelfoto: SoulSpice

Nose to Tail: Betriebsbesichtigung bei Tagwerk und dem Daschinger Hof

Nose-to-Tail: Vom Stall bis zur Küche – ganzheitlich gedacht

Wie gelingt eine nachhaltige Fleischverarbeitung, bei der das ganze Tier geschätzt und verwertet wird? Dieser Frage sind wir bei unserer Exkursion zur Tagwerk Bio-Metzgerei in Langenbach und zum Daschinger Hof im Freisinger Moos nachgegangen.

Tagwerk Bio-Metzgerei

Bei der Führung durch die gläserne Metzgerei gab uns Jürgen Weig, Metzgermeister und Betriebsleiter, spannende Einblicke in die Philosophie der Metzgerei und Ganztierverwertung: Eigene Schlachtung, schlachtwarme Verarbeitung und 100 % Natur – ohne Zusatzstoffe. Die Tagwerk Bio-Metzgerei zeigt eindrucksvoll, wie bäuerlich-handwerkliche Qualität, Tierwohl und Transparenz zusammengehen.

Jürgen Weig führt die Gruppe durch die gläserne Metzgerei Fotos: Anna Becker BN

Familie Kratzer vom Daschinger Hof

Weiter ging es zum Daschinger Hof, wo uns Lorenz Kratzer und sein Sohn Tobias ihren Betrieb vorstellten. Die Mutterkuhhaltung im Freisinger Moos ist Teil eines besonderen Beweidungskonzepts, das gemeinsam mit dem BUND Naturschutz entwickelt wurde. Die Kühe sind so lange es geht auf der Weide. Im Stall des Hofes sind in der kalten Jahreszeit maximal 36 Tiere untergebracht, die sehr viel Platz haben. Auf der gleichen Fläche könnte ein konventioneller Betrieb bis zu 100 Kühe halten.

Die Kratzers beliefern seit Jahren erfolgreich Betriebsrestaurants in München mit Fleisch vom „Freisinger Moos Weide-Rind“ – dank direkter Beziehungen, fairer Preise und klarer Werte.

Zum Abschluss des Tages wurde bei einer gemeinsamen Brotzeit deutlich: Nachhaltige Fleischverarbeitung braucht engagierte Erzeuger, transparente Verarbeitung – und Küchen, die bereit sind, über das Filet hinauszudenken.

Lorenz und Tobias Kratzer zeigen der Gruppe den Daschinger Hof und die riesige Weide der Mutterkuh Herde. Wer entdeckt die Kühe am Ende der Weide? Fotos: Anna Becker BN

Kontakt

Tagwerk Bio-Metzgerei
Niederhummel 10
85416 Langenbach
https://www.tagwerkbiometzgerei.de/
Tel.: 08761 / 724 73 55
Mail: info@tagwerkbiometzgerei.de

Daschinger Hof – Familie Kratzer
Lageltshausen 2
85354 Freising
Mail: lorenz.kratzer@web.de

Spargel

Spargel in der Gastronomie

Super-Food in Stangenform

Anfang April eröffnet die Spargelsaison. Das beliebte Gemüse gilt als Super-Food in Stangenform, und das zurecht: es regt den Stoffwechsel an, unterstützt die Nierenfunktion und hat kaum Kalorien. Außerdem liefert es viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Und hat nicht zuletzt eine positive Wirkung auf Blutzucker und Cholesterin.

Foto: Yaii1254 via Canva

Bio-regional ist erste Wahl

Wichtig für die Küche: das Gemüse muss möglichst schnell vom Feld auf den Teller, damit die Stangen ihren Geschmack behalten. Wie gut, dass in Schrobenhausen vor den Toren von München eine Hochburg des Spargelanbaus liegt. Gute Böden, jahrhundertealte Erfahrung und eine konstante Nachfrage – insgesamt werden über 80% des Spargel-Bedarfs in Bayern aus heimischer Produktion gedeckt.

Foto: MihailDechev via Canva

Schon gewusst?

Fotos: gyro / typo-graphics via Canva

Grün, weiß, violett?

Weißer Spargel wächst in Erddämmen. Wenn die Köpfe der Stangen aus der Erde wachsen, werden sie violett. Das ist eine reine Äußerlichkeit, Aroma und Inhaltsstoffe leiden darunter nicht! Grüner Spargel wächst über der Erde und ist etwas würziger im Geschmack.

Fotos: tama66 / OliGG via Canva

Mit oder ohne Folie?

Die Folienbedeckung auf dem Acker ermöglicht Landwirten eine frühere Ernte und spart Arbeit beim Unkraut entfernen. Der Anbau „oben ohne“ spart dagegen Kosten, um die Folie auszubringen und zu entsorgen. Außerdem kommt kein Mikroplastik in den Boden. Und Abhärtung macht stark: ohne Folie bekommt der Spargel geschmacklich mehr Charakter.

Wer bringt’s?

Spargel-Lieferbetriebe aus der Region

Biohof Christian Häge

Lieferung ab 50kg

Heitmeier Bio

Selbstabholung / Großhandel

Spargelhof Kügel

Lieferung ab 10kg

Nefzger Rhabarber und Bio-Spargel

Lieferung ab 10kg, in max. 30km Umkreis

Titelfoto: hlphoto via Canva

Sushi mal anders

Regionaler Fisch in der Gastronomie

Karpfen-Maki und Lachsforellen-Nigiri – das schmeckt? Ziemlich fantastisch, wie die 15 Teilnehmer:innen des Praxis-Workshops „Forellicious Sushi“ bestätigen konnten. Nach einer Einführung zum Thema, wie ein nachhaltiger Fischgenuss in der Großküche aussehen kann, wurde in den Räumen des Haus der Kost gerollt, in Sojasauce getunkt (nur den Fisch, nicht den Reis!) und gemeinsam genossen. 
 
Lebensmitteltechnologe und Fisch-Profi Jürgen Schmid zeigte eindrücklich, wie groß die Palette an heimischen Spezialitäten ist, welche Feinheiten es zu beachten gibt und mit welchen Tricks sich weitgehend alles vom Fisch kreativ und schmackhaft einsetzen lässt. Das Resultat: Thunfisch, Lachs und Co. sind zwar lecker, aber die heimische Konkurrenz kann sich sehen lassen!

So geht nachhaltiges Sushi in der Großküche:

heimischer Fisch als Grundlage

saisonale Beilagen aus regionalem Anbau

Ganztierverwertung

Titelfoto: Heiko Küverling via Canva

Ismaninger Krauttag

Der BUND Naturschutz, Kreisgruppe München und die Ortsgruppe Ismaning organisierten zusammen mit dem Münchner Ernährungsrat e.V. und Slow Food Deutschland e.V.  den ersten Ismaninger Krauttag.

Schmackhaftes Kraut in festlicher Atmosphäre

An einem sonnigen Samstag konnten die Besucher*innen sich auf dem Kraus Hof in Ismaning von vielen Angeboten rund ums Thema Kraut begeistern lassen. Während das Blasorchester “Boarisch Kraut” traditionelle Musik spielte und die Kinder mit Malen, Basteln und Bewegungsspielen beschäftigt waren, konnte man sich ganz in Ruhe über das Ismaninger Kraut informieren. Außerdem wurde an verschiedenen Stationen erklärt, wie man Kraut fermentiert oder anderweitig weiterverarbeitet. Das nötige Equipment für das Einlegen von Kraut und anderen Schmankerln konnte man auch direkt erwerben – oder direkt selbst Hand anlegen und das gehobelte Kraut unter fachkundiger Anleitung von Alexandra Dietl einlegen. Wem das zu anstrengende war, der konnte sich kiloweise Kraut maschinell hobeln lassen. Nach der körperlichen Arbeit gab es die Möglichkeit auf eine Stärkung beim Foodtruck mit bio-regionalen Köstlichkeiten. Ein weiteres Highlight für Klein und Groß war die Rundfahrt mit dem Traktor zum Krautfeld, wo Landwirt und Ismanings 2. Bürgermeister Max Kraus einen Einblick in die Besonderheiten der regionalen Spezialität gab.

Weltbestes “Ismaninger“ Kraut

Dieses besondere Kraut, das einst sogar bei der Weltausstellung in Paris ausgezeichnet wurde, zeichnet sich seit Jahrhunderten mit einigen Alleinstellungsmerkmalen aus: Es ist nicht nur besonders groß, mit Köpfen bis zu 20 kg, es hat auch einen feinen süß-milden Geschmack. Dahinter steckt eine Menge mühsame Handarbeit, die über viele Generationen weitergegeben wurde. Die Samen für das Kraut zieht die Familie Kraus jedes Jahr aufs Neue im eigenen Garten hoch und pflanzt die Setzlinge dann einzeln auf die Ackerfläche, bis sie einige Zeit später händisch geerntet werden.

Die fleißigen Helfer zeigen den Star des Tages: Das Ismaninger Kraut
Susanne Kiehl und Anna Becker vom BUND Naturschutz am Krauthobel

Fotos: alegra kommunikation