Münchner Gastronom*innen meistern Nachhaltigkeitslehrgang

Foto: Alexander Scharf

Wir gratulieren: am 24. November 2023 konnte die Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz in München dreizehn Gastronom*innen ihre Zertifikate zum Lehrgang „Nachhaltige Gastronomie“ überreichen. Seniorenverpflegung, Betriebsrestaurant oder Café – die teilnehmenden Betriebe zeigten, dass ihnen die Themen Umweltschutz und faires Miteinander auch „über den Tellerrand“ hinaus ein persönliches Anliegen sind.

In der Einführung durch Christian Hierneis (erster Vorsitzender des BUND Naturschutz in München), Julia Schmitt-Thiel (Stadtratsmitglied SPD/Volt) und Boris Schwartz (Stadtdirektor des Referat für Klima- und Umweltschutz) wurde die Bedeutung und Notwendigkeit des Lehrgangs klar: „Mit der Art unserer Ernährung können wir viel tun für Nachhaltigkeit, Artenschutz und Klima. Die Gastronomie ist hier nicht nur einer unserer wichtigsten Verbündeten, sondern kann Vorbild sein und Anregungen bieten. Sie kann zeigen, wie‘s geht.“, so Christian Hierneis.

Zeigen wie’s geht – das wollen die Absolvent*innen, die im Anschluss ihre Zertifikate entgegen nahmen. Obwohl die Gastronomie aktuell erheblichen Herausforderungen gegenübersteht setzen sie sich dafür ein, ihre Betriebe auch in Punkto Nachhaltigkeit und Sozialstandards zukunftsfest zu machen und die vorhandenen Stellschrauben zu nutzen. Manche Teilnehmenden können dabei bereits auf langjährige Erfahrung zurückgreifen, dass sich Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen müssen, sondern Hand in Hand gehen können. Und auch für die Erfahrenen lieferte der Lehrgang neue Impulse und Erkenntnisse: „Auch wenn man schon viel Nachhaltigkeit lebt, wie in meinem Betrieb, gibt es immer wieder neue Ansätze nachhaltiger zu werden, um sich zukunftsweisend aufzustellen.“, Christoph Sagwitz, stellv. Küchenleitung der Versicherungskammer Bayern.

Wir freuen uns sehr über das Interesse und die engagierte Teilnahme der Absolvent*innen
und wünschen ihnen für die Umsetzung ihrer Pläne alles Gute!

Der Lehrgang wurde von der Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz entwickelt und ist damit bundesweit der Erste, der von einer Umweltorganisation ausgerichtet wird. Dank der unermüdlichen Unterstützung durch Mona Fuchs (Stadtratsmitglied Die Grünen/ Rosa Liste) konnte die Weiterbildung mit der Finanzierung durch das Münchner Referat für Klima- und Umweltschutz für alle Teilnehmenden kostenfrei und unabhängig angeboten werden.

Die Inhalte sind praxisorientiert und reichen vom Einkauf über die Vermeidung von Speiseabfällen bis zur Gästekommunikation: in 5 Modulen erhalten die Gastronom*innen Hintergrundwissen rund um das Thema Nachhaltigkeit in der Außer-Haus-Verpflegung sowie Einblicke in Betriebe, die sich bereits auf den Weg gemacht haben. Der nächste Lehrgang findet voraussichtlich 2024/25 statt.

Hier finden Sie die Mitteilung zur Abschlussveranstaltung vom 24.12.2024:

Küche trifft Region: auf in die dritte Runde

Foto: alegra kommunikation

Nachhaltig produzierte Lebensmittel aus der Region für die Münchner Gastronomie: das ist das Ziel der Veranstaltung „Küche trifft Region“. Hier treffen Küchenverantwortliche und regionale Bio-Lieferbetriebe in einem kurzweilligen Format zusammen. Im 5-Minuten Takt geht es beim „Speed-Dating“ von Tisch zu Tisch. So können sich die teilnehmenden Gastronomiebetriebe in kürzester Zeit ein umfassendes Bild von der Vielfalt des Angebots und den engagierten „Gesichtern hinter den Produkten“ machen.

„Speed-Dating“ einmal anders

Aufgrund der großen Nachfrage fand das „Speed-Dating“ am 16. November bereits zum dritten Mal statt. Diesmal trafen sich Küchen und Lieferbetriebe in den Räumen der Kantine im Technischen Rathaus. Nach einer Einführung durch die Kooperationspartner*innen stellten die 22 Lieferbetriebe ihre Produkte vor: zwischen Gemüse, Fleisch, Milchprodukten, Eiern und Getreide bis Kaffee konnten sich die Küchenverantwortlichen durch die Produktpalette probieren, Lieferkonditionen besprechen und Kontakte knüpfen. Die Resonanz der Teilnehmenden war erneut sehr positiv. Innerhalb kurzer Zeit konnten erste Anfragen aufgenommen werden.

Die Kooperationspartner*innen

Die Veranstaltungsreihe ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ecozept, Bioland, Naturland, Fibl und der Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz in München. Sie wird im Auftrag der Stabsstelle Ernährungswende des Referat für Klima- & Umweltschutz durchgeführt.

Wir danken unseren Projektpartner*innen Ecozept, Bioland, Naturland und Fibl sowie der Stabsstelle Ernährungswende des RKU für die erfolgreiche Durchführung der Veranstaltung und freuen uns sehr über das Interesse und die rege Teilnahme!

Workshop „Nachhaltiger Fischgenuss aus der Region: Lösungen für die Außer-Haus-Verpflegung“

Foto: alegra kommunikation

Wie lässt sich Fischgenuss in der Gastronomie nachhaltiger gestalten?
 Dieser Frage ging die Projektstelle Ökologisch Essen am 14. November zusammen mit Naturland und etwa 20 Teilnehmenden im Betriebsrestaurant Agora der Linde AG nach.

Die Ausgangslage: Fisch ist nicht gleich Fisch

Fisch ist gesund, schmackhaft und ein Klassiker in der Gastronomie. Doch viele Fischarten sind in ihrem Bestand inzwischen stark bedroht. Karpfen oder Forelle können regionale und nachhaltige Alternativen sein, und sie überzeugen auch geschmacklich. Um dieses Potenzial zu nutzen, bot der Workshop einen theoretischen und praktischen Einblick in die Vorteile von regionaler Fischzucht und zeigte praxisorientierte Möglichkeiten auf, die Produkte erfolgreich in die Speisekarte aufzunehmen.

Ablauf des Workshops

Nach der gemeinsamen Begrüßung durch Susanne Kiehl und Anke Neumeier (Projektstelle Ökologisch Essen), Elisabeth Peters und Kristina Mayr (Naturland Zeichen GmbH) und Kurt Stümpfig (Head of Catering Service, Linde GmbH) referiere Jonathan Schleyken (Team Aquakultur & Fischerei, Naturland e.V.) über die globalen Rahmenbedingungen der Fischzucht und damit zusammenhängende Nachhaltigkeitsaspekte beim globalen Fischkonsum.

Von der Welt zurück nach Bayern ging es im Vortrag von Dr. Martin Oberle (LfL, Institut für Fischerei). Er ergänzte die Vortragsreihe mit einem Einblick in die regionale Karpfenteichwirtschaft und stellte heraus, welche Vorteile diese Form der Fischzucht für Umwelt und die Region, den Geschmack und die Kreativität der Gerichte bietet.

Im Praxisteil des Workshops stellte Fischwirtschaftsmeister Lars Müller in der Küche des Betriebsrestaurants dem Publikum die küchenfertige Zubereitung des Karpfens vor. Hier gab es wertvolle Tipps rund um Zerlegung, Entgrätung und Varianten der Verarbeitung. Außerdem wurde deutlich, wie sich weitgehend alle Teile des Tieres sinn- und geschmackvoll verwerten lassen.

In der anschließenden Pause wurden die vorbereiteten Gerichte einem kritischen Geschmackstest unterzogen: vom gefüllten Wrap bis zur gebackenen Haut konnten sich die Teilnehmenden selbst von der kulinarischen Vielfalt des Karpfens überzeugen.

Im letzten Teil der Veranstaltung stellte sich Herr Ralf Scheuermann als regionaler Bio-Karpfenerzeuger den Fragen von Moderation und Publikum. Als Beispiel dafür, wie die Aufnahme der Produkte in die Speisekarte gelingen kann, fasste Kurt Stümpfig die Geschichte und das Engagement des Agora Betriebsrestaurants zusammen. Abgerundet wurde der Abend von Kristina Mayr mit einem Impulsvortrag über die Ernährungsphysiologische Bedeutung von Fisch in einer nachhaltigen Speiseplanung.

Wir danken unserem Projektpartner Naturland Zeichen GmbH, den weiteren Referenten und Linde Agora für die erfolgreiche Durchführung des Workshops und freuen uns sehr über das Interesse und die rege Teilnahme!

Der BUND Naturschutz auf dem ökologischen Hoffest in Riem

Foto: Alexander Scharf

Bio-regionale Kulinarik trifft landwirtschaftliches Handwerk – am 21. Mai war die Projektstelle Ökologisch Essen mit dem BUND Naturschutz auf dem Riemer Hoffest vertreten. Auf unserem Stand konnten Kinder die Stationen auf dem Weg „vom Korn zum Brot“ entdecken – und am Ende verkosten. Vom Mühlrad und der Flockenquetsche über das Formen des eigenen Brotes mit Verzierung von verschiedenen Saaten bis zum Holzofen – hier durften alle selbst aktiv werden und nebenbei entdecken, welches Hand-Werk und welche Zutaten in der täglichen Frühstückssemmel stecken. Ein Angebot, das auf viele Interessenten stieß: über 200 Kinder nahmen über den Tag an dem Workshop teil.

Bei dem Stand der Ortsgruppe München Ost konnten sich Groß & Klein außerdem über das Leben und die Bedeutung von Wildbienen informieren und sich Tipps holen für das Anlegen von Biodiversitätsflächen.

Das Hoffest findet jährlich auf dem Städtischen Gut Riem statt. Neben frischen Köstlichkeiten aus der Umgebung, einem Mitmach-Stall und Infoständen zum ökologischen Landbau gibt es auch die Möglichkeit, traditionelle Handwerkskunst zu erleben.

Übernahme des Projekts „ZU TISCH – besser iss das“

Immer mehr Tischgäste interessieren sich für die Herkunft ihres Essens – und immer mehr Menschen möchten gerne wenn dann „gutes“ Fleisch in ihren Lieblingsrestaurants essen.
Das Projekt „ZU TISCH – besser iss das“ setzt genau hier an: es unterstützt die Individualgastronomie bei der Umsetzung dieser Trends. Mit einer Auftaktveranstaltung im März 2023 feierte die Projektstelle Ökologisch Essen die Übernahme und den Neustart des Projekts im Wirtshaus Xaver’s.

Bereits 2016 wurde die Initiative durch die BioStadt München und die Genussgemeinschaft Städter und Bauern ins Leben gerufen und übergangsweise durch Corona und interne Umstrukturierungen auf Eis gelegt.
In Kooperation mit der Stabsstelle Ernährungswende des Referats für Klima- und Umweltschutz (RKU) wurde „ZU TISCH“ wieder neu gestartet und die Projektstelle Ökologisch Essen als neue Leitung eingesetzt.

Tierische Bio-Produkte als Teilnahmebedingung

Um das gesetzte Ziel zu erreichen, vernetzt das Projekt engagierte Betriebe „von der Wiese bis zum Teller“ und unterstützt die Gastronomiebetriebe mit Beratung zur Umstellung und Bio-Zertifizierung, sowie bei der Kommunikation mit den Tischgästen.

Teilnahmebedingung für Gastronomiebetriebe ist das kontinuierliche Angebot von ein bis drei Gerichten mit tierischen Produkten in Bio-Qualität. Eine entscheidende Veränderung im Zuge des Neustarts ist die Ausweitung von ausschließlich Fleisch auf alle tierischen Produkte.
Die Teilnahme ist kostenfrei und jederzeit möglich – kontaktieren Sie uns gerne über zutisch@bn-muenchen.de für weitere Informationen!

Die derzeit knapp 30 Mitglieder aus Produktion, Verarbeitung und Gastronomie sind vielseitig und reichen von traditionellen Wirtshäusern und Restaurants mit internationaler Küche über Foodtrucks und Cafés bis zu Wiesnzelten. Die derzeitige Auflistung der Teilnehmenden finden Sie hier.

Workshops, Exkursionen, Tastings und was das (Gastro-)Herz begehrt

Die Auftaktveranstaltung zum Neustart fand im März 2023 im Xaver’s statt. In den nächsten Monaten organisiert die Projektleitung unter anderem Workshops, Exkursionen, Netzwerkabende und Verköstigungen für die Teilnehmenden und unterstützt deren Arbeit auch durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Wir freuen uns sehr, das Projekt im Rahmen der Projektstelle Ökologisch Essen weiter fortzuführen und danken dem Referat für Klima- und Umweltschutz für die Unterstützung.

Kontakt: Anke Neumeier

Eindrücke von der Auftaktveranstaltung im Xaver’s:

Speed Dating der „ökologischen Art“

Foto: alegra kommunikation

Unter dem Motto „Küche trifft Region“ – fand am 9. März 2023 zum ersten Mal ein neues Vernetzungsformat statt: Beim „Speed Dating“ der anderen Art kamen 20 Küchenverantwortliche und 23 regionale Bio-Lieferbetriebe zusammen. Im 5-Minuten-Takt wechselten die Gesprächspartner den Tisch und konnten sich so an einem Nachmittag mit allen Sinnen von der Vielfalt des regionalen Produktangebots und dem dahinterliegenden Enagegement der Produzenten überzeugen.

Regionale Bio-Produkte mit Gesicht

Ziel der Veranstaltung ist der Aufbau von langfristigen, partnerschaftlichen Lieferbeziehungen. Ein erster Erfolg: die Veranstaltung stieß auf allen Seiten, ob Küche oder Lieferant, auf sehr positive Resonanz. Innerhalb kürzester Zeit entstanden erste Kontakte und Anfragen.

Das Event fand im neuen Paulaner am Nockherberg statt, geführt von dem Wirte-Duo Florian Lechner und Christian Schottenhamel. Auf seiner Speisekarte zeigt das Wirtshaus, wie man erfolgreich bio-regionale Lebensmittel seinen Gästen interessant gestalten kann.

Weitere Termine

Das Gemeinschaftsprojekt von Ecozept, Bioland, Naturland, Fibl und der Projektstelle Ökologisch Essen vom BUND Naturschutz in München wird an verschiedenen Terminen angeboten. Für den Folgetermin am 16. November sind noch Plätze frei – also besser gleich anmelden!

Kontakt: bio@bn-muenchen.de

Eindrücke von der letzten Veranstaltung:

Fotos: alegra kommunikation

Dankeschön für die Bio-Aktionswochen

Wie wirtschaftet ein Biobauer? Wo wächst das Getreide für regionale Semmeln? Und wo geht’s zu den Bergschafen?

Diesen Fragen ist das Küchenteam der Allianz nachgegangen. Gemeinsam mit Susanne Kiehl von der Projektstelle Ökologisch Essen ging’s zum Billesberger Hof am Rande von München, der für ein paar Stunden seine Tore geöffnet hat. Ein Einblick in den Alltag eines Bio-Landwirts:

Immer unterwegs auf zwei bis vier Beinen:
der Hof und seine Bewohner*innen

Am Hof empfängt uns Amadé Billesberger, auch genannt Biobauer „Mogli“, der Hof seit 2007 in sechster Generation bewirtschaftet.

Die Tour beginnt mit „Mogli’s“ Werdegang und den Grundsätzen der Landwirtschaft auf dem Billesberger Hof:

Seit seinem Einstieg in den elterlichen Betrieb setzt er aus Überzeugung auf biologischen Landbau. Bodenschonender Ackerbau ist für ihn dabei genauso selbstverständlich wie ein Wirtschaften mit den Kreisläufen der Natur.

Was erwartet uns heute? Die Gruppe bei der Einführung (Foto: alegra kommunikation)

Viel(falt) zu entdecken:
Eine Tour über den Billesberger Hof

So lässt sich’s leben (Foto: alegra kommunikation)

Auf dem Hof leben neben bayerischen Bergschafen und einer handvoll Ziegen auch über 800 Hühner in drei mobilen Hühnerställen. Hier können alle Tiere ein möglichst artgerechtes Leben mit viel Freiraum, frischer Luft und bestem bio-Essen genießen. Außerdem wachsen hier duzende Gemüse- und Getreidesorten.

Die Tour führt uns vorbei an Obstbäume und der Hackschnitzelanlage bis zu dem ausgeklügelten Misthaufen, der den Kreislauf auf dem Hof in Bewegung hält. Immer mit dabei: Senior-Hofhund Balu.

(Foto: alegra kommunikation)

Ab und zu findet sich auch eine Flaschenpost im Wassserkraftwerk (Foto: alegra kommunikation)

Weiter geht´s über den Bach bis zum hofeigenen Wasserkraftwerk, das neben dem eigenen Betrieb auch 100 Haushalte mit Strom versorgt.
Hier dürfen wir gleich mit Hand anlegen: mit einem meterlangen Rechen wird das Kraftwerk regelmäßig gereinigt.

Ein Gruss aus der Hof-Manufaktur

Zum Abschluss gibt’s noch eine Packung echte Regionaltät auf den Weg:

Die Rigatoni aus Billesberger Dinkelmehl und Gries können wir demnächst zu Hause genießen. Und der Hofladen nebenan bietet mit Gemüse, Eiern und Saucen die passenden Beilagen.

(Foto: alegra kommunikation)

Nach gut zwei Stunden voller Information über landwirtschaftliche Produktion, einer Runde Schafe streicheln und Landsonne tanken ging es wieder zurück nach München.

Wir hoffen dass die Aktion einen kleinen Einblick in die Besonderheiten der ökologischen Landwirtschaft gegeben hat und freuen uns auf die nächste Verlosung zu den Bio-Aktionswochen 2023!

Herzlichen Dank

an den Billesberger Hof für die spannende, abwechslungsreiche und sympathische Führung und an das Küchenteam der Allianz für die zahlreiche und interessierte Teilnahme!


Fotos: alegra kommunikation

Projektstart „Rest(e)los glücklich“

Foto: BN

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) Kreisgruppe München und der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) haben im November 2022 eine gemeinsame Initiative zur Reduzierung von Speiseresten in Jugendherbergen gestartet.

Das Pilotprojekt wird zunächst in den fünf teilnehmenden Jugendherbergen umgesetzt und soll mittelfristig die Speisereste deutlich verringern. Das DJH führt damit sein im Jahr 2016 eingeführtes nachhaltiges Unternehmenskonzept konsequent fort. Bei Lebensmitteln kommt auch ein moralischer Aspekt hinzu: Denn die Speisen und Getränke, die in den Häusern des DJH als Reste im Müll landen, könnten zusätzlich viele Menschen ernähren. Außerdem sind die Folgen für das Klima enorm. Deshalb ist es das Ziel des Pilotprojekts, möglichst wenig Speisereste zu produzieren und so zu einem respektvollen Umgang mit Lebensmitteln beizutragen. Denn nur so werden wir dann wirklich alle „glücklich“ kochen und essen. Und das vollkommen „rest(e)los“!

Mehr Bewusstsein für LEBENs-Mittel schaffen

Wussten Sie, dass in Deutschland rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel in der Tonne landen!? Auch in den derzeit 52 Jugendherbergen in Bayern fallen jedes Jahr große Mengen an Speiseresten an. Sie entstehen zum einen bei der Zubereitung in den Küchen und zum anderen bei den Gästen während den Mahlzeiten. Diese Speisereste müssen dann aufwändig entsorgt werden, obwohl sie teilweise sogar noch zu verwenden wären. Durch das Pilotprojekt „Rest(e)los glücklich“ kann dieser „Irrsinn“ in Zukunft hoffentlich vermieden werden.

Wussten Sie außerdem, dass bereits nur das Messen von Essensresten in den meisten Küchen zu einer automatischen Abfallreduzierung führt? Das mag zunächst erstaunlich erscheinen, aber dieser Vorgang führt das gesamte Ausmaß der „Lebensmittelverschwendung“ direkt vor Augen. Die DJH-Küchenteams suchen darüber hinaus gezielt nach Möglichkeiten, Essensreste einzusparen. Dabei nehmen sie auch ihre Tischgäste mit, indem sie deren Umweltbewusstsein stärken.

Speisereste messen für mehr Nachhaltigkeit und mehr Klimaschutz

In einem ersten Schritt wiegen und dokumentieren fünf ausgewählte Jugendherbergen die Speiserestemengen über mehrere Wochen. Danach wird untersucht, in welchen Verpflegungsbereichen besonders große Speiserestemengen entstehen und ob sich diese auf bestimmte Verpflegungsformen wie bspw. Selbstbedienungsbuffets oder auch auf gewisse Rezepturen zurückführen lassen. Im nächsten Schritt werden die Küchenabläufe wie auch die Essensangebote entsprechend nachgebessert und angepasst. Das Pilotprojekt in den bayerischen Jugendherbergen soll bis Ende 2023 laufen. Anschließend werden die Ergebnisse veröffentlicht und in das verbandseigene Qualitätsmanagement integriert. Dadurch werden diese dann in allen Jugendherbergen in Bayern umgesetzt.

29.11.2022 – Bohnen, Linsen, Erbsen & Co. – Leguminosen Workshop

Foto: BN

Am 29. November 2022 lud die Projektstelle Ökologisch Essen zu einem Leguminosen-Workshop im Gube20 Kulturessraum in Moosach ein. Rund 23 Teilnehmende erfuhren dabei alles rund um den Anbau und die Verwendung von verschiedenen Hülsenfrüchten, wie Bohnen, Linsen, Erbsen & Co.

Hülsenfrüchte werden in der Fachsprache auch als Leguminosen bezeichnet. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie in ihren Wurzelknöllchen eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien eingehen. So können Leguminosen den Boden mit Stickstoff anreichern und leisten einen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit. Deshalb werden sie in der Landwirtschaft für die Düngung geschätzt. Wegen ihrem hohem Eiweißgehalt sind sie sowohl für die Tierfütterung als auch für die menschlichen Ernährung wichtig. Leguminosen sind also wirklich „unterschätzte Kraftpakete“, denn sie haben einen Vielfachnutzen: Für den Boden, für die Landwirtschaft sowie für uns als Endverbrauchende. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen werden zunehmend interessanter für die Individualgastronomie wie auch für Betriebskantinen. Als „kulinarische Highlights“ finden sie immer mehr Eingang in die vegane und vegetarische Küche.

Im Rahmen des Workshops konnten die Teilnehmenden verschiedene Gerichte aus Hülsenfrüchten verkosten, die Dominik Klier, der Inhaber von Caspar Plautz am Viktualienmarkt, direkt vor Ort frisch zubereitete und anrichtete. Dabei erklärte er auch bei jedem Gericht kurz, welche Zutaten er dafür verwendet hat und worin der Trick bei der Zubereitung besteht. Die vielen kleinen, köstlichen und kreativen Kostproben haben den „Leguminosen-Nachmittag“ nicht nur kulinarisch aufgelockert, sondern auch sehr anschaulich gemacht.

Nebenbei informierte Carola Zellner vom Naturland LeguNet über die Arbeit des Leguminosen-Netzwerks. Margit Pesch von Unser Land stellte Hülsenfrüchte aus dem Sortiment vor und berichtete von den Herausforderungen, die mit Anbau und Vermarktung von bspw. Linsen einhergehen. Die Landwirtin Bernadette Lex vom Biohof Lex erzählte sehr praxisnah und bodenständig von ihrer alltäglichen Arbeit mit Hülsenfrüchten, die auf den Feldern des Familienbetriebs im Münchner Umland angebaut werden. Die drei qualifizierten Referentinnen bereicherten den Workshop mit ihren theoretischen wie auch praktischen Einblicken in die „Welt der Leguminosen“. Dafür an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für das große Engagement der Referierenden sowie an alle Beteiligten!   

Leguminosen bieten insbesondere in Zeiten der Klimakrise eine große Chance, sich nicht nur klimafreundlich und nachhaltig, sondern auch gesund und regional zu ernähren. Dominik Klier, seit kurzem auch Mitglied der Slow Food Chef Alliance Deutschland, zeigte, wie man aus unterschiedlichsten Hülsenfrüchten mit Leichtigkeit und Raffinesse köstliche Gerichte zaubern kann. Der Workshop lebte von der Diversität der Teilnehmenden, die als Küchenleitungen, Landwirte, Lieferanten und interessierte Privatpersonen unterschiedlichste Hintergründe mitbrachten und vereinten. Die Veranstaltung wurde durch das Referat für Klima- und Umweltschutz der Stadt München finanziell gefördert und von der Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz in München organisiert. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Kooperationspartnern und allen Teilnehmenden für diesen gelungenen und inspirierenden Workshop und freuen uns schon jetzt auf eine Wiederholung. Nächstes Mal vielleicht à la Caspar Plautz mit alten Kartoffelsorten in kunterbunten Variationen?!

10.10. – 21.10.2022 – Bio-Aktionswochen in Münchner Kantinen

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Zehn Münchner Kantinen tischten vom 10. – 21. Oktober 2022 täglich ein Bio-Menü für ihre Tischgäste auf, um zu zeigen: Mitarbeiterverpflegung geht sowohl gesund als auch nachhaltig!

Die Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz in Münchens organisiert jährlich die Bio-Aktionswochen, um ein starkes Zeichen für den ökologischen Landbau und Nachhaltigkeit in der Betriebsgastronomie zu setzen. Während der zwei Wochen boten alle teilnehmenden Betriebsrestaurants täglich ein wechselndes Gericht in Bio-Qualität an. Und auch dieses Jahr hat sich wieder gezeigt: Die Nachfrage nach gesundem und umweltfreundlichen Essen bleibt konstant.

Krumme Karotten als Konversationsstarter

Die Bio-Aktionswochen wurden mit Infoständen vor Ort begleitet, wo die Tischgäste saisonale und regionale Ökoprodukte verköstigen konnten. Viel Aufmerksamkeit erregte dabei das krumme Obst und Gemüse vom Bio-Lieferanten Querfeld. Das unkonventionell aussehende Gemüse findet meistens nur den Weg vom Feld in die Tonne, da der Handel diese nicht an Endverbraucher weitergeben kann. Aber auch weitere Partner, wie EPOS oder Ökoring versorgten die Tischgäste mit genussvollen Probierhappen und Naturland nutze die Gelegenheit, um über nachhaltigen Fisch und fair gehandelte Bio-Produkte aufzuklären. Höhepunkt für viele war das Kantinen-übergreifende Bio-Gewinnspiel, wo Gäste für ihr Feedback zum Essen die Möglichkeit erhielten, einen 100-€-Gutschein beim Bio-Restaurant Klinglwirt oder 50-€-Gutscheine bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten zu gewinnen.

Ernährung und Klimaschutz gehören zusammen

Aktuell richtet sich in Sachen Klimaschutz das Hauptaugenmerk zwar auf die Energieversorgung, doch auch die Art und Weise, wie wir uns ernähren, kann wesentlich zum Schutz des Klimas beitragen. Bio-regionale Speisen überzeugen da mit einem besseren CO2-Fußabdruck. Sie sind weder von Gas-intensiven Kunstdüngern abhängig, noch müssen sie lange Transportstrecken hinter sich bringen. Außerdem fördern biologisch erzeugte Speisen sogar unsere Artenvielfalt, da sie auf viele Pestizide verzichten und die Böden der Ökofelder mit Pflanzenkulturen aufgebessert werden.

Münchner Betriebsrestaurants schätzen die Aktionswochen

An den Bio-Aktionswochen nahmen in diesem Jahr folgende Unternehmen teil: Allianz One Business Solutions GmbH, Food & more GmbH (UniCredit Bank AG / HypoVereinsbank), IWL gGmbH (iwentcasino), Linde GmbH (Engineering Division), MAN Truck & Bus AG, MTU Aero Engines AG, Studentenwerk München, Versicherungskammer Bayern und die Kantine im Kreisverwaltungsreferat. Die Bio-Aktionswochen zeigen, dass Bio auch im großen Maßstab funktioniert. Auch sind viele der teilnehmenden Betriebe bereits seit dem Anfangsjahr 2011 durchgehend mit dabei.