Kraut

Beliebtes Gemüse auf der ganzen Welt

Weltweit wurden 2022 mehr als 70 Millionen Tonnen Kohl geerntet. Damit gehört es zu den meistangebauten Gemüsesorten der Welt. Sauerkraut, Rotkohl, Wirsing: auch hierzulande ist es ein beliebtes Gemüse und auch aus der Bayerischen Küche nicht wegzudenken. Etwa 6 kg kommen in Deutschland pro Kopf jedes Jahr auf den Tisch.

Möchtet ihr bio-regionales Kraut anbieten? Hier findet ihr regionale Lieferanten!

Gut für die Gesundheit

Kraut lässt sich nicht nur sehr abwechslungsreich zubereiten, es hat auch viel zu bieten:

  • Ballaststoffreich – ideales Gemüse für die kalorienarme Ernährung
  • Reich an Vitamin C, Calcium und Magnesium
  • Senföl wirkt entzündungshemmend
  • Linolelsäure wirkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen
  • Fermentiert als Sauerkraut wirkt es positiv auf das Darm-Mikrobiom

Tipp: Kraut ist eher schwer verdaulich. Für die bessere Verträglichkeit einfach mit Kümmel, Anis oder Fenchel würzen oder kurz blanchieren.

Was wächst bei uns?

Das Gute wächst so nah: in Deutschland wird aktuell mehr Kraut angebaut als verbraucht wird. Importe sind also nicht nötig, im Gegenteil: wer in der Region einkauft, weiß nicht nur, wo’s herkommt, sondern unterstützt auch die Landwirte und die Wirtschaft vor Ort.

Ein paar der wichtigsten Sorten im Überblick:

Rotkohl

Ein Klassiker in der Bayerischen Küche, findet roh oder gekocht verschiedene Verwendung als saftige Beilage.

Weißkohl

Sehr vielseitig verwendbar und – je nach Frische – gekocht, roh, gebraten oder geraspelt und fermentiert ein Genuss.

Spitzkohl

Milder und feiner im Geschmack, schmeckt Spitzkohl gegart oder sogar roh. Besonders die frischen Blätter eignen sich für den rohen Genuss.

Kulinarisches Kulturgut: das Ismaninger Kraut

Im Münchner Norden wächst ein ganz besonderes Schmankerl: das Ismaninger Kraut ist eine über 500 Jahre alte Sorte, die seitdem auf den fruchtbaren Böden im Ismaninger Umland angebaut wird. Sie zeichnet sich besonders durch den mild-süßen Geschmack aus und wurde dafür 1900 auf einer Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Und die Qualität wurde nicht vergessen: das bayerische kulinarische Kulturgut hat es 2017 in die „Arche des Geschmacks“ von Slow Food geschafft.

Wer liefert frisches Kraut im Münchner Umland?

Aitrang

Der Hof im Allgäu wurde 2008 gegründe und betreibt seitdem ausschließlich biologisch-dynamischen Gemüseanbau.
Der Mindestbestellwert liegt je nach Liefergebiet bei ca. 100 €.

  • Weißkraut
  • Rotkraut
  • Wirsing
  • Spitzkraut
  • Filderkraut

Kontakt:

Tel: +049 160 906 29 805
Email: info@grasserhof.de

Ottobrunn

Großhandel und Lieferservice für Bio-Lebensmittel: Lunemann’s liefert seit 1983 ein Vollsortiment in München und die Region. Bestellung ohne Mindestbestellwert.

  • Weißkraut
  • Spitzkraut
  • Rotkraut

Kontakt:

Tel.: 089 992 286 80
Email: info@lunemanns.de

Pliening

Der familiengeführte Hof vor den Toren von München wirtschaftet nach den Bio-Richtlinien von Naturland und setzt auf gute Böden und Vielfalt für ihren ganzjährigen Gemüseanbau.

  • Spitzkraut (Jun-Dez)
  • Grünkohl (Okt-Jan)
  • Schwarzkohl (Jul-Jan)
  • Kohlrabi
  • Rosenkohl
  • Flowersprout

Achtung: Lieferung an Neukunden ab 2026 möglich.

Kontakt:

Tel.: 08121 829 40
Email: servus@biohof-kollmannsberger.de

Fotos: Lena Grami, alegra kommunikation

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Aktionswochen: Carbon FOODprint

Klimaschutz mit Messer und Gabel – Die Carbon FOODprint Aktionswochen

Mit dem Projekt Carbon FOODprint haben wir im Sommer 2025 gemeinsam mit Münchner Betriebsrestaurants gezeigt: Klimaschutz beginnt beim Mittagessen. Denn was wir essen, hat großen Einfluss auf unseren CO₂-Fußabdruck. Rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen entstehen durch die Ernährung – ein enormes Potenzial für Veränderungen!

Kulinarisch das Klima schützen

Wir haben Betriebsrestaurants unterstützt, klimafreundlichere Gerichte auf die Speisekarte zu bringen. Dabei stand nicht der Verzicht im Vordergrund, sondern guter Geschmack bei gleichzeitig weniger Emissionen. Jede Küche hat als Herausforderung auch ein Fleisch- und Fischgericht entwickelt. Warum Herausforderung? Weil tierische Lebensmittel mehr CO₂-Emissionen erzeugen als pflanzliche. Trotzdem lassen sich köstliche Fleisch- und Fischgerichte mit vermindertem CO₂-Fußabdruck kreieren. Es kommt dabei auf die Fleischmenge, die Art des Cuts, Herkunft, und die Kombination mit anderen Zutaten an.

Wer war dabei?

Das Projekt wurde im Rahmen des Haus der Kost  mit Unternehmen des Klimapakt 3 Münchner Wirtschaft durchgeführt. Die Betriebsrestaurants der Unternehmen Flughafen München, Hubert Burda Media, Knorr-Bremse, MTU Aero Engines und Versicherungskammer Bayern haben an der Aktion teilgenommen und Carbon FOODprint Gerichte entwickelt.

Fast drei Tonnen CO2 Emissionen gespart

In der Aktionswoche servierten die teilnehmenden Küchen fünf klimafreundliche Gerichte, deren CO₂-Ausstoß mit Hilfe von Eaternity berechnet wurde. Alle Gerichte verursachen mindestens 30 % weniger CO₂-Emissionen als eine durchschnittliche Mahlzeit.
Insgesamt konnten durch die Aktion 2.846 kg CO₂äq eingespart werden. Das entspricht 17.145 gefahrenen Kilometern mit einem durchschnittlichen Auto und ist somit weiter als die Entfernung zwischen München und Sydney.

Rezepte für die Zukunft

Die Rezepte der Aktionswochen wurden gesammelt und in einem Kochbuch aufbereitet, das derzeit entsteht. Bald wird es hier auf unserem Blog zum Download bereitstehen. Damit können auch andere Küchen Klimaschutz zum Genießen auf den Teller bringen. Und auch privat kann man die Rezepte nachkochen, denn sie sind sowohl für vier als auch für zehn Portionen kalkuliert.

Ins Gespräch kommen

Besonders schön: Bei den Aktionsständen vor Ort sind wir mit vielen Tischgästen ins Gespräch gekommen. Mit dabei war das neue Smoothie-Rad, mit dem die Gäste ganz emissionsfrei leckeren Bio-Smoothie erradeln konnten. Das hat gezeigt: Klimaschutz macht Spaß und schmeckt.

Wie geht es weiter?

Wir wollen mit Carbon FOODprint zeigen, wie viel Potenzial in der Betriebsgastronomie steckt – und dass Klimaschutz für Küchen alltagstauglich umsetzbar ist. Gemeinsam mit euch möchten wir weiter daran arbeiten und werden auch im kommenden Jahr 2026 eine Aktionswoche anbieten.

Fotos: BUND Naturschutz München (Titelfoto, obere Reihe), Oliver Matthes (untere Reihe)

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Bio-regionales Hühnerfleisch

Hühnerbrust, Brathendl & Co.: Geflügel in Deutschland

Deutschland liebt Geflügel: mit knapp 160 Millionen Tieren ist das Huhn mit Abstand das häufigste Nutztier der Bundesrepublik. 2024 wurden ca. 13 Kilogramm Geflügel pro Person verzehrt.

Und in den letzten Jahrzehnten wurde nicht nur die Nachfrage größer, sondern auch die Produktion immer schneller: immer größere Ställe und größere Betriebe, die immer mehr Tiere in kürzerer Zeit mästen. So konnte eine enorme Menge an Fleisch produziert werden, doch dieses System ist ausgereizt: Heute wird deutlich, wie vor allem die Tiere aber auch unsere Gesundheit, die globalen Ressourcen und auch die Qualität der Lebensmittel unter dem Effizienzdruck leiden.

Doch es geht auch anders: Verbraucher achten auf artgerechte Tierhaltung, Bio-Betriebe aus der Region liefern Qualitätsprodukte mit transparenten Lieferketten und vielen Vorteilen für Umwelt, Tier und Mensch:

Diesen Mehrwert bietet Bio-Geflügel aus der Region

minimaler Antibiotika-Einsatz

Der Präventive Einsatz von Hormonen oder Antibiotika ist in der ökologischen Tierhaltung nicht zulässig. Ein Tier darf maximal einmal im Leben mit diesen Arzneimitteln behandelt werden, sonst verliert es den Öko-Status.

Durch diesen maßvollen Einsatz von Medikamenten kann die Bildung von Antibiotika-resistenten Keimen reduziert werden – eine Herausforderung, die auch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) als ernstes Problem anerkannt hat.

Foto: Gustavo Fring via Canva

artgerecht & würdevoll

In der ökologischen Tierhaltung gelten strengere Regeln, die eine möglichst artgerechte Tierhaltung ermöglichen sollen. Dazu gehören:

  • Mehr Platz im Stall
  • Einstreu zum Wühlen und Scharren
  • Zugang ins Freie
  • kein Stutzen der Schnäbel
  • langsame Aufzucht

Das kommt dem Tierwohl und nicht zuletzt auch dem Menschen zugute: eine artgerechtere Tierhaltung reduziert den Stress für die Tiere und kann dadurch Krankheiten vermeiden und die Qualität des Fleisches erhöhen.

Foto: alegra kommunikation

Bio-Futter vom Hof ohne Gentechnik

Tiere aus ökologischer Tierhaltung bekommen grundsätzlich bio-Futter, das ohne Gentechnik hergestellt wurde. Mindestens 30% muss auf dem eigenen Hof oder in der Region erzeugt werden.

Das schont neben dem Klima auch Böden und Grundwasser, denn hier gilt: kurze Transportwege und keine Überdüngung der Böden durch den maßvollen Tierbestand und den ökologischen Futteranbau.

Foto: TrueCreatives via Canva

Schon gewusst?

Die EU-Öko-Verordnung gibt die Mindest-Standards für den ökologischen Landbau und die ökologische Tierhaltung vor. Die Anbau-Verbände (Naturland, Bioland, Biokreis, Demeter u.a.) erfüllen diese Kriterien, gehen in ihren Standards aber in vielen Punkten noch weit über den Mindest-Standard hinaus: zum Beispiel bei der Besatzdichte, also wie viele Hühner pro Fläche gehalten werden dürfen oder welche Eingriffe am Tier vorgenommen werden dürfen.

So starten Sie mit bio-regionalem Hühnerfleisch in der Gastronomie:

Langsame Aufzucht unter artgerechten Bedingungen, hochwertiges Futter und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Schlachtung und Verarbeitung haben ihren Preis. Um bio-regionale Produkte trotzdem in der Gastronomie einsetzen zu können, braucht es ein gutes Konzept. So klappt der Einstieg:

Foto: JackF via Canva

Bio-Lieferanten aus der Region finden

Im Münchner Umland gibt es engagierte Bio-Betriebe, die hohe Standards erfüllen und unterschiedliche Produkte liefern können. Im Folgenden finden Sie eine erste Auswahl von Erzeugern, mit denen Sie direkt in Kontakt treten können.

Foto: Joshua Resnik via Canva

Kreative Rezepte, auch abseits der Edelteile

Stichwort „Ganztier-Verwertung„: Es muss nicht immer das Filet oder die Hühnerbrust sein. Kreative Menüs und ein reduzierter Fleischanteil bzw. die Aufwertung der Beilagen ermöglichen es, den Wareneinsatz bei gleichzeitig hoher Qualität im Rahmen zu halten. Und fördern gleichzeitig die Vielfalt auf der Speisekarte: Hühnerschenkel und Flügel lassen sich zum Beispiel als Pulled Chicken vielseitig einsetzen. Kleine Tricks mit großem Effekt beim Wareneinkauf.

Foto: kanchanachitkhamma via Canva

Gästekommunikation aufbauen

Zeigen Sie, welche regionalen Schmankerl bei Ihnen auf den Teller kommen und zeigen Sie den Gästen den Mehrwert der bio-regionalen Produkte. Qualität, die man schmeckt!

Woher beziehe ich die Ware?

Diese Betriebe liefern Bio-Geflügel aus der Region

1. Grosserhof

2. Biogeflügelhof Graf

3. Pichler Biometzgerei

4. Landfrau Ökologische Metzgerei

Titelfoto: fotolinchen / Magone via Canva

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Spargel

Spargel in der Gastronomie

Super-Food in Stangenform

Anfang April eröffnet die Spargelsaison. Das beliebte Gemüse gilt als Super-Food in Stangenform, und das zurecht: es regt den Stoffwechsel an, unterstützt die Nierenfunktion und hat kaum Kalorien. Außerdem liefert es viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Und hat nicht zuletzt eine positive Wirkung auf Blutzucker und Cholesterin.

Foto: Yaii1254 via Canva

Bio-regional ist erste Wahl

Wichtig für die Küche: das Gemüse muss möglichst schnell vom Feld auf den Teller, damit die Stangen ihren Geschmack behalten. Wie gut, dass in Schrobenhausen vor den Toren von München eine Hochburg des Spargelanbaus liegt. Gute Böden, jahrhundertealte Erfahrung und eine konstante Nachfrage – insgesamt werden über 80% des Spargel-Bedarfs in Bayern aus heimischer Produktion gedeckt.

Foto: MihailDechev via Canva

Schon gewusst?

Fotos: gyro / typo-graphics via Canva

Grün, weiß, violett?

Weißer Spargel wächst in Erddämmen. Wenn die Köpfe der Stangen aus der Erde wachsen, werden sie violett. Das ist eine reine Äußerlichkeit, Aroma und Inhaltsstoffe leiden darunter nicht! Grüner Spargel wächst über der Erde und ist etwas würziger im Geschmack.

Fotos: tama66 / OliGG via Canva

Mit oder ohne Folie?

Die Folienbedeckung auf dem Acker ermöglicht Landwirten eine frühere Ernte und spart Arbeit beim Unkraut entfernen. Der Anbau „oben ohne“ spart dagegen Kosten, um die Folie auszubringen und zu entsorgen. Außerdem kommt kein Mikroplastik in den Boden. Und Abhärtung macht stark: ohne Folie bekommt der Spargel geschmacklich mehr Charakter.

Wer bringt’s?

Spargel-Lieferbetriebe aus der Region

Biohof Christian Häge

Lieferung ab 50kg

Heitmeier Bio

Selbstabholung / Großhandel

Spargelhof Kügel

Lieferung ab 10kg

Nefzger Rhabarber und Bio-Spargel

Lieferung ab 10kg, in max. 30km Umkreis

Titelfoto: hlphoto via Canva

Sushi mal anders

Regionaler Fisch in der Gastronomie

Karpfen-Maki und Lachsforellen-Nigiri – das schmeckt? Ziemlich fantastisch, wie die 15 Teilnehmer:innen des Praxis-Workshops „Forellicious Sushi“ bestätigen konnten. Nach einer Einführung zum Thema, wie ein nachhaltiger Fischgenuss in der Großküche aussehen kann, wurde in den Räumen des Haus der Kost gerollt, in Sojasauce getunkt (nur den Fisch, nicht den Reis!) und gemeinsam genossen. 
 
Lebensmitteltechnologe und Fisch-Profi Jürgen Schmid zeigte eindrücklich, wie groß die Palette an heimischen Spezialitäten ist, welche Feinheiten es zu beachten gibt und mit welchen Tricks sich weitgehend alles vom Fisch kreativ und schmackhaft einsetzen lässt. Das Resultat: Thunfisch, Lachs und Co. sind zwar lecker, aber die heimische Konkurrenz kann sich sehen lassen!

So geht nachhaltiges Sushi in der Großküche:

heimischer Fisch als Grundlage

saisonale Beilagen aus regionalem Anbau

Ganztierverwertung

Titelfoto: Heiko Küverling via Canva

Was isst Bayern?

Die Studie

Das Thema Ernährung ist bekanntlich ein weites Feld, auch und gerade in Bayern. Aber was genau kommt eigentlich auf die Teller, im Biergarten, der Betriebskantine oder in der eigenen Küche? Um Licht ins Dunkle der blau-weißen Speisekammern zu bringen, hat das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) im Auftrag des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus am letzten Montag die Ergebnisse einer repräsentativen Ernährungsstudie vorgestellt.
Dazu wurden 1.500 Personen im Alter von 18 – 75 Jahren zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und ihre Daten zum Gesundheitsstatus erhoben.

Die Ergebnisse

Die Studienergebnisse zeigen einige positive Entwicklungen: es wird mehr Gemüse und weniger Fleisch und Wurst verzehrt als vor 20 Jahren. Auch besteht ein Bewusstsein dafür, welche Chance das eigene Essverhalten für unsere Gesundheit und unsere Umwelt bietet. Gefragt wurde zum Beispiel nach dem Kauf von bio-regionalen Lebensmitteln oder bei der Vermeidung von unnötiger Verpackung – hier gab über die Hälfte der Teilnehmer an, bereits aktiv zu sein.

Gleichzeitig wird deutlich, dass noch viel Luft nach oben bleibt: Die gemessenen Werte von Übergewicht und Diabetes Typ 2 sind zwei deutliche Indikatoren.

Weniger Fleisch & Wurst

Die befragten Frauen essen 70g, Männer 114g Fleisch und Wurst pro Tag. Das sind deutlich weniger Fleisch und vor allem Wurstwaren als bei der letzten Studie vor 20 Jahren. Dafür kommt heute mehr Gemüse, Nüsse und Samen auf den Tisch als 2003.

Wenig Vollkorn

Hülsenfrüchte und Vollkorn kommen bei den Befragten selten auf den Tisch. 15% der Männer und etwa 10% der Frauen erreichen die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.(DGE) empfohlenden Werte.

50% sind übergewichtig

Die Hälfte der Befragten sind übergewichtig, jeder 5. sogar stark. Das führt häufig zu chronischen Krankheiten wie Diabetes Typ 2 – deutschlandweit sind davon ca. 8 Millionen Menschen betroffen. Und das hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die persönliche Lebensqualität, sondern auch auf die gesamte Gesellschaft: Die Behandlung von Diabetes belastet die Krankhenkassen mit etwa 39 Milliarden Euro – jedes Jahr (DDG, Stand 2022).

Und jetzt?

Die Studienergebnisse zeigen ein gemischtes Bild dazu, wie es um die Gesundheit der Menschen in Bayern steht. Und ein deutlicher Teil der Bevölkerung bleibt unbelichtet: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, ebenso wie Menschen in höherem Alter waren nicht Teil der Studie. Gerade sie sind oft besonders auf ein Angebot an gesundheitsförderlichen Speisen in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) angewiesen, etwa in Schulen, Kita oder Seniorenheimen. Insgesamt essen jeden Tag ca. 17 Millionen Menschen in Deutschland in Einrichtungen der AHV (Stand: 2024). Hier liegt also ein großes Potenzial für mehr Gesundheit und Nachhaltigkeit. Nutzen wir es!

Ansätze für die AHV:

Vollkorn & Hülsenfrüchte einsetzen

Frische Zutaten statt Zucker und Zusätze

Bio + regio + saisonale Lebensmittel einsetzen

Titelfoto: Heiko Küverling via Canva

Bayerisches Getreide – das heimische Superfood

Gesund und nachhaltig, einfach und vielfältig zu verarbeiten: Getreide bietet der Außer-Haus-Verpflegung viele Möglichkeiten, einen ausgewogenen Speiseplan unkompliziert umzusetzen. Wie genau das funktionieren kann, zeigte der Workshop zum „heimischen Superfood“.

Superfood für die Großküche: regionales Getreide

Gemahlen als Mehl oder als ganzes Korn in Risottos, Currys oder Milchreis: Getreide bietet viele Möglichkeiten für die Zubereitung und verleiht Gerichten einen besonderen Geschmack. Laut Empfehlungen der DGE trägt es wesentlich zu einem ausgewogenem Speiseplan bei. Und wenn es aus regionalem, möglichst ökologischen Anbau stammt, hat es außerdem viel Potenzial für mehr Nachhaltigkeit in der Ernährung.

Workshop: Überblick für Fachleute der Gastronomie

Die Veranstaltung am 24. April gab den Teilnehmenden einen Überblick zu den Getreidesorten und zeigte auf, wie sie erfolgreich in die Speisekarte integriert werden können. Die beiden Gastvorträge von Akteuren der Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung zeigten außerdem den Weg von Getreide „vom Acker bis zum Teller“.

Welchen Mehrwert Getreidesorten für die Gesundheit von Mensch und Umwelt bieten, machte Bio-Landwirtin Bernadette Lex vom Biohof Lex bei Erding deutlich. Moritz Wiest, Gründer des Getreide-Verarbeitung Good Crop zeigte auf, welche Möglichkeiten Ready-to-eat-Produkte für die Außer-Haus-Verpflegung bieten. Beim anschließenden Live-Cooking konnten sich alle selbst vom Geschmack, der Vielfalt und unkomplizierten Zubereitung von Getreide überzeugen.

Empfehlungen für den Speiseplan

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

5 Portionen Getreide am Tag;
davon sollten mind. 1/3 Vollkornprodukte sein

Planetary Health Diet

Das Konzept „Planetary Health Diet“ verbindet bei den Empfehlungen die Themen Gesundheit und Nachhaltigkeit. Es werden ca. 230g Vollkorngetreide pro Tag empfohlen

Warum (bio-regionales) Getreide einsetzen?

Mehr-Wert für Ihren Betrieb, Ihre Gäste und die Region

einfach & vielfältig

Ready-to-Eat Lösungen müssen nicht gekühlt werden und können innerhalb von wenigen Minuten zubereitet werden

Getreide lässt sich in unterschiedlichster Art verarbeiten und kann als Beilage (z.B. regionaler Reis-Ersatz, als Hauptgang (z.B. Risotto) oder auch als Nachspeise überzeugen

gesund

Vollkorn hält länger satt, enthält mehr B-Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe

Getreide enthält außerdem wenig Fett, viele ungesättigte Fettsäuren und dient als Eiweißquelle

gut für Umwelt & Region

Manche Getreidesorten und Hülsenfrüchte können Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten erschließen und tragen so zur Regeneration des Bodens bei

Regional und möglichst nachhaltig produzierte Lebensmittel tragen außerdem zu mehr Artenvielfalt bei & fördern regionale Arbeitsplätze

Weitere Informationen:

Präsentation „Superfood Getreide“

BUND Naturschutz, Projektstelle Ökologisch Essen

Präsentation „Getreide & Hülsenfrüchte, ready-to-eat“

Good Crop GmbH

Präsentation „Getreideanbau auf dem Biohof Lex“

Biohof Lex

Präsentation „Zukunftsfähige Speiseplanung mit heimischen Getreidesorten“

Naturland Zeichen GmbH

Lieferbetriebe aus der Region

Nicht nur Getreide, sondern auch Fleisch, Eier oder Bier: hier finden Sie Lieferanten für die Gastronomie in und um München.
Zur Übersichtskarte

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Naturland Zeichen GmbH durchgeführt.
Wir bedanken uns außerdem bei Bernadette Lex (Biohof Lex) und Markus Wiest (Good Crop GmbH).

Fotos: alegra kommunikation

Küche trifft Region – Teil 4

Foto: alegra kommunikation

Eine neue Runde für die Vernetzung von Küche und Region: am 21. März 2024 trafen wieder regionale Lieferbetriebe mit Gastronomievertretern aus München zusammen. Das bewährte „Speed Dating“ Format bietet die Möglichkeit, schnell und unkompliziert neue Lieferbeziehungen aufzubauen und die Vielfalt der regionalen, ökologisch produzierten Lebensmittel sichtbar zu machen.

Das Projekt findet im Rahmen des Bio-Regio-Managements im Auftrag des Referats für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München statt. Es wird von Ecozept in Zusammenarbeit mit Bioland, Naturland und der Projektstelle Ökologisch Essen durchgeführt.

Urkunden für den Zertifikatslehrgang „Nachhaltige Gastronomie“

Foto: Alexander Scharf

Wir gratulieren: Ende November 2023 konnte die Projektstelle Ökologisch Essen dreizehn Gastronomen ihre Zertifikate zum erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs „Nachhaltige Gastronomie“ überreichen. Seniorenverpflegung, Betriebsrestaurant oder Café – die teilnehmenden Gastronomen zeigen, dass ihnen die Themen Umweltschutz und faires Miteinander auch „über den Tellerrand“ hinaus ein persönliches Anliegen sind.

In der Einführung durch Christian Hierneis (erster Vorsitzender des BUND Naturschutz in München), Julia Schmitt-Thiel (Stadtratsmitglied SPD/Volt) und Boris Schwartz (Stadtdirektor des Referat für Klima- und Umweltschutz) wurde die Bedeutung und Notwendigkeit des Lehrgangs klar: „Mit der Art unserer Ernährung können wir viel tun für Nachhaltigkeit, Artenschutz und Klima. Die Gastronomie ist hier nicht nur einer unserer wichtigsten Verbündeten, sondern kann Vorbild sein und Anregungen bieten. Sie kann zeigen, wie‘s geht.“, so Christian Hierneis.

Zeigen wie’s geht – das wollen die Absolventen, die im Anschluss ihre Zertifikate entgegen nehmen konnten. Obwohl die Gastronomie aktuell erheblichen Herausforderungen gegenübersteht setzen sie sich dafür ein, ihre Küchen auch in Sachen Naturschutz und Sozialstandards zukunftsfest zu machen. Manche Teilnehmenden können dabei schon auf die langjährige Erfahrung zurückgreifen, dass sich Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen müssen. Doch auch für sie lieferte der Lehrgang neue Erkenntnisse: „Auch wenn man schon viel Nachhaltigkeit lebt, wie in meinem Betrieb, gibt es immer wieder neue Ansätze nachhaltiger zu werden, um sich zukunftsweisend aufzustellen.“, Christoph Sagwitz, stellv. Küchenleitung der Versicherungskammer Bayern.

Wir freuen uns sehr über das Interesse und die engagierte Teilnahme der Absolventen
und wünschen ihnen für die Umsetzung ihrer Pläne alles Gute!

Der Lehrgang wurde von der Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz entwickelt und ist damit bundesweit der Erste, der von einer Umweltorganisation ausgerichtet wird. Dank der unermüdlichen Unterstützung durch Mona Fuchs (Stadtratsmitglied Die Grünen/ Rosa Liste) konnte die Weiterbildung mit der Finanzierung durch das Münchner Referat für Klima- und Umweltschutz für alle Teilnehmenden kostenfrei und unabhängig angeboten werden.

Die Inhalte sind praxisorientiert und reichen vom Einkauf über die Vermeidung von Speiseabfällen bis zur Gästekommunikation: in 5 Modulen erhalten die Gastronomen Hintergrundwissen rund um das Thema Nachhaltigkeit in der Außer-Haus-Verpflegung sowie Einblicke in Betriebe, die sich bereits auf den Weg gemacht haben. Der nächste Lehrgang findet voraussichtlich 2024/25 statt.

Hier finden Sie die Mitteilung zur Abschlussveranstaltung:

Küche trifft Region: auf in die dritte Runde

Foto: alegra kommunikation

Nachhaltig produzierte Lebensmittel aus der Region für die Münchner Gastronomie: das ist das Ziel der Veranstaltung „Küche trifft Region“. Hier treffen Küchenverantwortliche und regionale Bio-Lieferbetriebe in einem kurzweilligen Format zusammen. Im 5-Minuten Takt geht es beim „Speed-Dating“ von Tisch zu Tisch. So können sich die teilnehmenden Gastronomiebetriebe in kürzester Zeit ein umfassendes Bild von der Vielfalt des Angebots und den engagierten „Gesichtern hinter den Produkten“ machen.

„Speed-Dating“ einmal anders

Aufgrund der großen Nachfrage fand das „Speed-Dating“ am 16. November bereits zum dritten Mal statt. Diesmal trafen sich Küchen und Lieferbetriebe in den Räumen der Kantine im Technischen Rathaus. Nach einer Einführung durch die Kooperationspartner*innen stellten die 22 Lieferbetriebe ihre Produkte vor: zwischen Gemüse, Fleisch, Milchprodukten, Eiern und Getreide bis Kaffee konnten sich die Küchenverantwortlichen durch die Produktpalette probieren, Lieferkonditionen besprechen und Kontakte knüpfen. Die Resonanz der Teilnehmenden war erneut sehr positiv. Innerhalb kurzer Zeit konnten erste Anfragen aufgenommen werden.

Die Kooperationspartner*innen

Die Veranstaltungsreihe ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ecozept, Bioland, Naturland, Fibl und der Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz in München. Sie wird im Auftrag der Stabsstelle Ernährungswende des Referat für Klima- & Umweltschutz durchgeführt.

Wir danken unseren Projektpartner*innen Ecozept, Bioland, Naturland und Fibl sowie der Stabsstelle Ernährungswende des RKU für die erfolgreiche Durchführung der Veranstaltung und freuen uns sehr über das Interesse und die rege Teilnahme!