Keine Gentechnik!

Im Bild: Copyright: Nick Jaussi

Worum geht es?

Die Europäische Union bestimmt mit ihren Regeln viele Bereiche unseres Alltag. Dazu gehört auch die Frage, welches Essen auf den Tisch kommt und ob dabei Gentechnik mit im Spiel war. Diesen Aspekt regelt das EU-Gentechnikrecht. Die EU-Kommission möchte diese 20 Jahre alten Regelungen gerne ändern, damit mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT) wie Crispr/Cas hergestellte Pflanzen schnell auf den Markt kommen können. Die laufende Debatte darüber zeigt, wie Gesetze in der EU entstehen und welche Bedeutung Lobbyisten dabei haben.

Neue Einigung: Gentechnik in Lebensmitteln verstecken

Das Europaparlament, Mitgliedstaaten der EU und die EU-Kommission haben sich am 4.12.2025 vorläufig auf eine Verordnung für Pflanzen aus NGT geeinigt. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Pflanzen, deren Erbgut an höchstens 20 Stellen jeweils bis zu 20mal geändert wurde (Kategorie 1), gelten als gleichwertig mit herkömmlich gezüchteten Pflanzen. Ausnahmen: Sie sind herbizidresistent oder produzieren Insektizide.
  • Lebensmittel, die aus diesen Pflanzen hergestellt wurden, müssen nicht mehr gekennzeichnet werden
  • Patente auf die Pflanzen sind erlaubt
  • Pflanzen der Kategorie 1 brauchen keine Zulassung. Ihr Risiko für Mensch, Tier und Umwelt muss nicht untersucht werden.
  • Es gibt keine Regeln für eine Koexistenz mit ökologischer und gentechnikfreier Land- und Lebensmittelwirtschaft. (Quelle: www.keine-gentechnik.de)

Anfang kommenden Jahres werden Parlament und EU-Mitgliedstaaten darüber abstimmen, ob der Kompromiss Gesetz werden soll. Verbände aus Umweltschutz und (Bio)Land- und Lebensmittelwirtschaft wollen das verhindern und protestieren heftig. Warum?

3 Gründe für eine gentechnikfreie Zukunft auf dem Teller

1 – Gentechnik gefährdet die Artenvielfalt

Wo ist das Risiko?

  • Biodiversität ist entscheidend für ein gesundes Ökosystem und die Nahrungsmittelproduktion. Gentechnisch veränderten Organismen (GVO) können sich unkontrolliert mit natürlichen Arten kreuzen, was die genetischen Merkmale von Wildpflanzen und Wildtieren beeinträchtigen kann
  • Bestimmte GVO können resistenter gegenüber Schädlingen oder Herbiziden gemacht werden. Dadurch würden sich bestimmte Arten von Insekten oder Beikräutern anpassen und ihrerseits resistente Populationen entwickeln.
  • Insgesamt kann es zu einem Verlust der genetischen Vielfalt, unerwünschten und unvorhersehbaren Kreuzungen und Resistenten kommen.
  • Ein Teufelskreis: durch die Resistenzen braucht es mehr Pestizide, was die Umwelt belastet und die Artenvielfalt weiter senkt.

2 – Patente auf Leben

Wo ist das Risiko?

  • Die zu erwartende Monopolisierung von Pflanzeneigenschaften durch einzelne Unternehmen wird absehbar dazu führen, dass deutsche Landwirte und kleine und mittelständische Züchter den Zugang zum Markt verlieren.
  • Mit der geplanten Deregulierung droht eine Flut an Patenten auf Pflanzen, Tiere und deren genetische Eigenschaften. Oft werden sogar natürliche Eigenschaften als „Erfindungen“ patentiert. Patente bremsen den Fortschritt in der Pflanzenzucht, verursachen hohe Kosten für Züchter und verstärken die Abhängigkeiten für Landwirtschaft und Ernährung.

3 – Kein Schutz für die ökologische Landwirtschaft

Wo ist das Risiko?

  • Durch ein Aufweichen des EU-Gentechnikrechts wird sich zukünftig nicht mehr garantieren lassen, dass Bio-Lebensmittel frei von Gentechnik sind. Bislang konnte sich die Bio-Branche auf das Gentechnikrecht der EU verlassen, das auf dem Vorsorgeprinzip basiert und Wahlfreiheit und Transparenz garantiert. Doch genau dieses Prinzip steht nun auf der Kippe.
  • Wird es in Zukunft noch gentechnikfreie Sorten geben? Die zunehmende Konzentration des Saatgutmarkts spürt man schon heute. Wir brauchen biologische Vielfalt und die größtmögliche Unabhängigkeit von agrarindustriellen Strukturen in der ökologischen Landwirtschaft.

Wir fordern:

Wir fordern die Politik auf, ihrer Verantwortung für die Landwirtschaft und Gesellschaft in Deutschland entsprechend zu handeln und dafür Sorge zu tragen, dass auch künftig gentechnikfreier Anbau in Europa möglich bleibt!

Und wir sind nicht allein:

Ein Zusammenschluss der Unternehmen REWE, dm, Alnatura, dennree und Rapunzel forderten im November 2025 in einem Offenen Brief die EU-Parlamentarier Manfred Weber, Jessica Polfjärd und Stefan Köhler (alle EVP) auf, die vollständige Kennzeichnungspflicht auch für Neue Gentechnik zu erhalten.

Was kann man tun?

Mitmachen! Unterzeichnen Sie die Petition:

„Kennzeichnung und Regulierung aller Gentechnik-Pflanzen erhalten“

Aktuelle Information zum Thema:

4. Januar 2026:
Artikel „Gene Editing Can Cause Significant DNA Damage: Here’s Why it Matters for UK Regulation“
(Englisch) von de britischen Umwelt-NGO „Beyond GM“ über wissenschaftliche Erkenntnisse,
dass durch CRISPR/Cas bleibende vererbbare DNA-Schäden entstehen können:
https://beyond-gm.org/gene-editing-can-cause-significant-dna-damage-heres-why-it-matters-foruk-
regulation/
5. Januar 2026:
Artikel „Citizens’ Charter on Genetic Technologies Upholds Choice and Transparency“ (Englisch)
von „Beyond GM“ über eine neue Bürgercharta über den grundlegenden Umgang mit GVO:
https://beyond-gm.org/citizens-charter-on-genetic-technologies-upholds-choice-andtransparency/
9. Januar 2026:
Artikel „Grüne Woche: „Ohne GenTechnik“-Kampagne geht in zweite Runde“ vom VLOG über die
aktuelle Kampagne zum Siegel „Ohne Gentechnik“:
https://www.ohnegentechnik.org/artikel/gruene-woche-ohne-gentechnik-kampagne-geht-inzweite-
runde
12. Januar 2026:
Artikel „US-Urteil: Gentechnikzutaten sind anzugeben“ im „Infodienst Gentechnik“ über ein
Urteil zur Kennzeichnung von Lebensmitteln in den U.S.A. (mit weiterführenden Links):
https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/us-urteil-gentechnikzutaten-muessen-angegebenwerden
13. Januar 2026:
Artikel „HTBT Cotton seeds being pushed in Gadwal and Adilabad; Rythu Commission Chairman
Kodanda Reddy cautions farmers“ (Englisch) im indischen Magazin „The Hindu“ über Risiken von
gentechnisch verändertem glyphosattolerantem Saatgut in Indien:
https://www.thehindu.com/news/national/telangana/htbt-cotton-seeds-being-pushed-in-gadwaland-
adilabad-rythu-commission-chairman-kodanda-reddy-cautions-farmers/article70506272.ece
13. Januar 2026:
Artikel „IUCN setzt auf Gentechnik in der Natur statt auf Vorsorge“ von der SAG über die im Oktober
getroffene knappe Entscheidung beim IUCN gegen ein GVO-Moratorium in Naturräumen:
https://gentechfrei.ch/anwendungsbereiche/tiere/iucn-setzt-auf-gentechnik-in-der-natur-stattauf-
vorsorge/
13. und 14. Januar 2026:
Hintergrundbericht und dazugehöriger Artikel von Testbiotech über gentechnische Experimente
zur Veränderung der Blüte und des Blühverhaltens von Pflanzen und deren mögliche Auswirkungen
auf die Landwirtschaft und Ökosysteme:
– Artikel „Manipulierte Blüte bei NGT-Pflanzen: ein Riss durch die Ökosysteme: CRISPR-Technologie
ermöglicht umfassende Veränderung bei Blütenpflanzen mit schwerwiegenden Kettenreaktionen
für die Umwelt“ von Testbiotech vom 13.1.:
https://www.testbiotech.org/aktuelles/manipulierte-blute-bei-ngt-pflanzen-ein-riss-durch-dieokosysteme/
– Webseite zum Laden des Hintergrundberichts:
https://www.testbiotech.org/en/publikation/manipulated-flowering-in-ngt-plants-a-crack-inecosystems/
– Hintergrundbericht „Manipulated flowering in NGT plants: A crack in ecosystems – CRISPR
technology enables comprehensive changes in flowering plants with cascading effects“
(Englisch) vom 14.1. (pdf, direkt, 13 Seiten, ca. 1,1 MB): https://www.testbiotech.org/wpcontent/
uploads/2026/01/NGT_manipulated_flowering_v2.pdf
13. und 14. Januar 2026:
Gute gemeinsame Resolution „RESOLUTION ZUR GRÜNEN WOCHE (GW) 2026 – GESETZESENTWURF
ZU NEUEN GENTECHNIKEN ABLEHNEN!“ von 45 Umwelt-, Verbraucher- und anderen Organisationen
und mehrere dazugehörige Artikel:
– Resolution (pdf, direkt, 6 Seiten, 2,6 MB): https://www.dnr.de/sites/default/files/2026-01/2025-
01-ngt-resolution_gw2026.pdf
– Artikel „Gesetzesentwurf zu neuen Gentechniken ablehnen!“ vom DNR vom 13.1.:
https://www.dnr.de/publikationen/gesetzesentwurf-zu-neuen-gentechniken-ablehnen
– Artikel „BUND: Gesetzesentwurf zu neuen Gentechniken ablehnen – Verbände-Resolution zur
Grünen Woche 2026“ des BUND vom 13.1.: https://www.presseportal.de/pm/7666/6195106
– Artikel „Gemeinsame Gentechnik-Resolution“ von der AbL vom 13.1.: https://www.ablev.
de/aktuelles/details/gemeinsame-resolution
– Artikel „Grüne Woche: 45 Organisationen fordern Erhalt der Gentechnik-Kennzeichnung“ des
VLOG vom 13.1. (mit weiterführenden Links): https://www.ohnegentechnik.org/artikel/gruenewoche-
45-organisationen-fordern-erhalt-der-gentechnik-kennzeichnung
– Artikel „Bündnis-Resolution zur Grünen Woche 2026: Gesetzentwurf zu neuen Gentechniken
ablehnen“ von der Aurelia-Stiftung vom 14.1.: https://www.aureliastiftung.
de/2026/01/14/buendnis-resolution-zur-gruenen-woche-2026-gesetzentwurf-zu-neuengentechniken-
ablehnen/
13. bis 28. Januar 2026:
Interessante Studie „GENTECHNIKFREIE LEBENSMITTEL IM SUPERMARKT IN GEFAHR – Wie sich
der deutsche Lebensmitteleinzelhandel zu Einsatz, Kennzeichnung und Regulierung von Neuer
Gentechnik positioniert“ von Greenpeace mit Ergebnissen einer Befragung von Supermärkten
über ihre Einstellung zu Produkten aus „Neuer Gentechnik“ und mehrere dazugehörige Artikel:
– Studie (pdf, direkt, 12 Seiten, ca. 1,4 MB):
https://www.greenpeace.de/publikationen/Gentechnik_Supermarkt_Check.pdf
– Artikel „Gentechnikfreie Lebensmittel im Supermarkt in Gefahr“ mit der Studie zum Laden von
Greenpeace vom 13.1.: https://presseportal.greenpeace.de/259513-gentechnikfreielebensmittel-
im-supermarkt-in-gefahr/
– Artikel „Greenpeace-Check: Wie halten es deutsche Supermärkte mit der Gentechnik?“ vom
VLOG vom 15.1. (mit weiterführenden Links):
https://www.ohnegentechnik.org/artikel/greenpeace-check-wie-halten-es-deutschesupermaerkte-
mit-der-gentechnik
– Artikel „Aldi verkauft keine Produkte mit neuer Gentechnik“ vom „Infodienst Gentechnik“ vom
17.1. (mit weiterführenden Links): https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/aldi-verkauftkeine-
produkte-mit-neuer-gentechnik
– Pressemitteilung „Supermarkt-Check zu Neuer Gentechnik“ von der AbL vom 28.1.:
https://www.abl-ev.de/aktuelles/details/supermarkt-check-zu-neuer-gentechnik
Januar 2026:
Europäische Bürgerinitiative „Nahrung ist ein Menschenrecht für alle! Gewährleistung gesunder,
fairer und nachhaltiger Lebensmittelsysteme“ von „Good Food 4 All“ zum Unterzeichnen:
https://eci.ec.europa.eu/053/public/#/screen/home
14. Januar 2026:
Artikel „Farewell to a friend – Arnaud Apoteker – anti-GMO and pesticide campaigner“ (Englisch)
von PAN Europe (= „Pesticide Action Network Europe“) zum Tod des pestizid- und gentechnikkritischen
Aktivisten Arnaud Apoteker:
https://www.pan-europe.info/blog/farewell-friend-arnaud-apoteker-anti-gmo-and-pesticidecampaigner
14. Januar 2026:
Zwei Artikel über die zunehmende Patentierung von Gensequenzen und Saatgut in der EU:
– Artikel „Europäisches Patentamt lässt Beschlüsse der EU ins Leere laufen: Praxis des EPA bei
Patentierung von Pflanzen immer dreister“ von „No Patents on Seeds“: https://www.nopatents-
on-seeds.org/de/EU-Beschluesse
– Artikel „European Patent Office turns its back on EU decisions“ (Englisch) von GMWatch:
https://gmwatch.org/en/106-news/latest-news/20628
15. Januar 2026:
Artikel „Alois Rainer: Ich stoße mit meinen Positionen zunehmend auf offene Ohren“ bei „Table
Media“ mit Statements von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zum Mercosur-Abkommen
und zum Thema Gentechnik (mit Bezahlschranke):
https://table.media/agrifood/interview/alois-rainer-ich-stosse-mit-meinen-positionenzunehmend-
auf-offene-ohren
Januar 2026:
Aktualisierte miteinander verbundene E-Mail-Aktionen von mehreren NGOs an deutschsprachige
Abgeordnete des EU-Parlaments mit der Bitte, die Gentechnikfreie Landwirtschaft und den Ökologischen
Landbau zu sichern und das Trilog-Ergebnis zu einer weitgehenden Deregulierung der
„Neuen Gentechnik“ bei Pflanzen abzulehnen:
– vom „Gen-Ethischen Netzwerk“ (GeN): https://gen-ethisches-netzwerk.de/januar-2026/mailaktion-
neue-gentechnik-braucht-regulierung
– von „Save Our Seeds“ (S.O.S.): https://www.saveourseeds.org/de/keine-gentechnik-durch-diehintertuer/
– von der „Aurelia-Stiftung“: https://www.aurelia-stiftung.de/projekt/eu-abgeordnete/
– von der AbL: https://www.abl-ev.de/initiativen/wahlfreiheit-einfordern
– von CEO: https://corporateeurope.org/en/2025/04/stop-deregulation-new-gmos (Englisch)
– von der „Biodynamic Federation Demeter“: https://demeter.net/no-gmos-through-the-backdoor/
(Englisch)
16. Januar 2026:
Artikel „Rostige Gen-Schere 2025: Gewinner steht fest: Gentechnisch veränderte Meerbrasse aus
Japan erhält den Negativpreis“ von Testbiotech über das Ergebnis der Abstimmung im Jahr 2025
(mit weiterführenden Links):
https://www.testbiotech.org/aktuelles/rostige-gen-schere-2025-gewinner-steht-fest/
16. Januar 2026:
Pressemitteilung „Grüne Woche: Sicher gentechnikfrei bald nur noch bei „Ohne Gentechnik“ und
Bio?“ des VLOG mit Statements von Öko-Verbänden und Bio-Lebensmittelherstellern bei einem
Podiumsgespräch am Eröffnungstag der „Grünen Woche“ in Berlin (mit weiterführenden Links):
https://www.ohnegentechnik.org/artikel/gruene-woche-sicher-gentechnikfrei-bald-nur-noch-beiohne-
gentechnik-und-bio
17. Januar 2026:
Demonstration „Wir haben es satt!“ in Berlin anlässlich der „Grünen Woche“ und Pressemitteilung
und Vision der Organisator*innen:
– Webseite zur Demonstration: https://wir-haben-es-satt.de/
– Pressemitteilung: https://wir-haben-es-satt.de/berlin-17012026
– Vision der Organisator*innen: https://wir-haben-es-satt.de/informieren/unsere-vision
19. Januar 2026:
Artikel „Enshittification of our food and farms: Patents and new GMOs“ (Englisch) von GMWatch
über Probleme durch Patentstreitigkeiten im Falle einer Deregulierung der „Neuen Gentechnik“:
https://gmwatch.org/en/106-news/latest-news/20629-enshittification-of-our-food-and-farmspatents-
and-new-gmos
19. Januar 2026:
Artikel „Natural Grocers Celebrates Major Win for Clear GMO Labeling“ (Englisch) im US-amerikanischen
Magazin „WholeFoods“ über ein Gerichtsurteil zur Kennzeichnung von gentechnisch ver-
änderten Lebensmitteln in den U.S.A.:
https://www.wholefoodsmagazine.com/articles/17865-natural-grocers-celebrates-major-win-forclear-
gmo-labeling
21. Januar 2026:
Artikel „NGT: EU agreement raises concerns for the organic sector“ (Englisch) auf der italienischen
Plattform „Great Italien Food Trade“ über Probleme und Gefahren für den Ökologischen
Landbau im Falle einer EU-Deregulierung der „Neuen Gentechnik“:
https://www.greatitalianfoodtrade.it/en/news-b/NGT-EU-agreement-on-organic-transparency/
21. Januar 2026:
YouTube-Video „GE HONESTY PODCAST 05: GMWatch, The Global Watchdog of the GMO Industry“
(Englisch, ca. 1:19 h) vom Kanal „GE HONESTY“ mit einem Interview mit Claire Robinson und
Dr. Michael Antoniou über Gefahren und Risiken einer Deregulierung der „Neuen Gentechnik“:
https://www.youtube.com/watch?v=TlRwcLfa8PQ
24. Januar 2026:
Aktion „Label GM Foods: Gene-edited pig“ (Englisch) der kanadischen Umwelt-NGO CBAN für
eine Kennzeichnung von gv-Schweinen in Kanada:
https://cban.ca/take-action/label-gm-food/
26. und 27. Januar 2026:
Bericht „… weit jenseits aller Kontrolle und Vorhersage – Die Konvergenz von Gentechnik und KI:
Risiken für die biologische Vielfalt“ und dazugehöriger Artikel und dazugehöriges Webinar von
Testbiotech über die Gefahren im Zusammenhang von „Künstlicher Intelligenz“ und „Neuer
Gentechnik“:
– Artikel „Die Konvergenz von Gentechnik und KI: jenseits aller Kontrolle: Neuer Bericht von
Testbiotech nimmt Risiken für biologische Vielfalt in den Fokus“:
https://www.testbiotech.org/aktuelles/die-konvergenz-von-gentechnik-und-ki-jenseits-allerkontrolle/
– Webseite mit Bericht zum Laden:
https://www.testbiotech.org/publikation/konvergenz_ki_gentechnik/
– Bericht (pdf, direkt, 38 Seiten, ca. 3,8 MB): https://www.testbiotech.org/wpcontent/
uploads/2026/01/Testbiotech_Konvergenz_Gentechnik_AI_Biodiversitat.pdf
– Webseite mit einem Video des Webinars (Englisch) und den Präsentationsfolien der
Referent*innen: https://www.testbiotech.org/en/events/january-27th-2026-webinar/
– YouTube-Video mit einer Aufzeichnung eines Webinars:
https://www.youtube.com/watch?v=aFwBsIEh7nI
27. Januar 2026:
Artikel „The deregulation of GMO microorganisms is underway“ (Englisch) von Inf’OGM über
Bestrebungen der EU-Kommission, gentechnisch veränderte Mikroorganismen und Tiere zu
deregulieren:
https://infogm.org/en/the-deregulation-of-gmo-microorganisms-is-underway/
27. Januar 2026:
Pressemitteilung „Grüne Woche 2026: „Ohne GenTechnik“ im Gespräch“ des VLOG über Gesprä-
che und Statements zum Thema Gentechnik auf der „Grünen Woche“ (mit weiterführenden Links):
https://www.ohnegentechnik.org/artikel/gruene-woche-2026-ohne-gentechnik-im-gespraech
28. Januar 2026:
Artikel „Schneider gegen Deregulierung“ in der „Unabhängigen Bauernstimme“ zum Statement
von Bundesumweltminister Carsten Schneider gegen eine Deregulierung der „Neuen Gentechnik“
bei Pflanzen auf der „Grünen Woche“ in Berlin:
https://www.abl-ev.de/aktuelles/details/schneider-gegen-deregulierung
28. Januar 2026:
Kommentar „Gentechnikfreiheit schützen – Auch die Bio-Landwirtschaft braucht Koexistenz- und
Haftungsregeln“ von Bio-Bäuerin Claudia Gerster in der „Unabhängigen Bauernstimme“:
https://www.abl-ev.de/aktuelles/details/bio-strategie-fuehrt-in-die-sackgasse
28. Januar 2026:
Artikel „EU-Entwurf: Schutz vor Gentech-Bakterien soll sinken“ im „Infodienst Gentechnik“ über
einen EU-Entwurf zu einer weitgehenden Deregulierung von NGT-Mikroorganismen (mit weiterf
ührenden Links):
https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/eu-entwurf-schutz-vor-gentech-bakterien-soll-sinken
28. Januar 2026:
Artikel „Coming to your neighbourhood soon? Seriously risky outdoor gene editing“ (Englisch)
von GMWatch über GVO-Freisetzungen und Versuche, GVO im Freiland hervorzubringen:
https://gmwatch.org/en/106-news/latest-news/20633-coming-to-your-neighbourhood-soonseriously-
risky-outdoor-gene-editing/
28. Januar 2026:
Zustimmung im Umweltausschuss ENVI des EU-Parlaments zum Trilog-Ergebnis zu einer weitgehenden
Deregulierung der „Neuen Gentechnik“ bei Pflanzen (59 Zustimmungen, 24 Ablehnungen,
2 Enthaltungen, bei 85 abgegebenen Stimmen):
– Webseite zum Laden des Abstimmungsdokuments (bitte klicken auf „28 January 2026“):
https://www.europarl.europa.eu/committees/de/envi/meetings/votes
– Abstimmungsdokument mit der namentlichen Abstimmung auf Seite 3 (pdf, direkt):
https://www.europarl.europa.eu/cmsdata/302166/2026-01-28%20votes.pdf
– Abgestimmtes Ergebnis des Trilogs„2023/0226 (COD)“ für eine EU-Verordnung vom 11.12.2025
(pdf, direkt): https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-16660-2025-INIT/en/pdf
28. und 29. Januar 2026:
Mehrere Pressemitteilungen und Artikel nach der Zustimmung im EU-Umweltausschuss ENVI zum
Trilog-Ergebnis zu einer weitgehenden NGT-Deregulierung bei Pflanzen am 28.1.:
– Pressemitteilung „AbL fordert das Europaparlament auf: Vorsorge statt Konzerninteressen –
sichern Sie das Recht auf gentechnikfreie Landwirtschaft!“ von der AbL vom 28.1.:
https://www.abl-ev.de/aktuelles/details/abl-fordert-das-europaparlament-auf-vorsorge-stattkonzerninteressen-
sichern-sie-das-recht-auf-gentechnikfreie-landwirtschaft
– Artikel „Freie Bahn für eine disruptive Technologie? – Umweltausschuss des Europäischen
Parlaments stimmt für Deregulierung von NGT-Pflanzen“ von Testbiotech vom 28.1.:
https://www.testbiotech.org/aktuelles/freie-bahn-fuer-eine-disruptive-technologie/
– Pressemitteilung „EU-Deregulierung der neuen Gentechnik geht in die letzte Runde“ von der
SAG vom 29.1.: https://gentechfrei.ch/international/regulierung-in-der-eu/eu-deregulierungder-
neuen-gentechnik-geht-in-die-letzte-runde/
30. Januar 2026:
Newsletter „ENGA Newsletter No. 32: January 2026“ (Englisch) von ENGA (mit weiterführenden
Links):
https://www.enga.org/enga-newsletter-no-32-january-2026/

Foto: Nick Jaussi

So schmeckt München!

Regionale, nachhaltige Lebensmittel in der Gastronomie einsetzen: Zum Tag des offenen Rathauses 2024 wurde in der Münchner Rathauskantine die Speisekarte umgestellt. Herausgekommen ist ein genussvolles Menü – aus der Region, für die Region.

Bio-regionales Menü in der Rathauskantine

Am 11. Mai 2024 kamen in der Münchner Rathauskantine fast ausschließlich Lebensmittel aus dem Umkreis und aus ökologischer Landwirtschaft auf die Teller. Gemeinsam mit Kantinenpächter Jürgen Wiesenhofer, dem Münchner Ernährungsrat e.V. und weiteren Partner:innen stellte die Projektstelle Ökologisch Essen ein bio-regionales Menü mit traditionellen Schmankerln, vegetarischen und veganen Gerichten zusammen. Die Produkte wurden direkt von den Erzeuger:innen bezogen und in der Rathauskantine frisch zubereitet. So konnten die Gäste vom Salatbuffet über den Ochsenbraten bis zum Mohnkuchen die Vielfalt unserer Region genießen. Und die gut nachgefragte saure Lunge (Lüngerl) zeigt, wie auch die Ganztierverwertung in der Gastronomie gelingen kann.

Regionale Schmankerl nutzen

Münchnen und sein Umland haben auch in Sachen Kulinarik viel zu bieten. Ochsen auf dem Gut Karlshof, Salatvariationen am Obergrashof bei Dachau oder Champagner Roggen vom Gut Riem – rund um München stellen Traditionsunternehmen oder junge Startups hochwertige, regional und nachhaltig produzierte Lebensmittel bereit. In der Münchner Gastronomie landen sie bisher aber nur selten auf den Teller. Doch das geht auch anders.

So schmeckt München: Für die Region, die Natur und den Gast

Mit dem Projekt setzt sich die Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz dafür ein, das Potenzial der Gemeinschaftsverplegung für mehr Nachhaltigkeit zu nutzen. Denn eine Zusammenarbeit von Gastronomie und (bio-)Lieferbetrieben aus dem Umland unterstützt nicht nur den Erhalt bzw. den Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten für Lebensmittel. Es bedeutet auch kürzere Lieferwege und damit mehr Frische und Transparenz für Gäste, mehr Tierwohl und weniger Emissionen durch den Transport. Und es ist nicht zuletzt auch eine Chance, Lebensmitteln wieder „ein Gesicht“ zu geben und Verbraucher:innen den Wert ihres Essens und ihrer Region näherzubringen.

Das Menü am 11. Mai in der Rathauskantine

Die Veranstaltung war der Auftakt des Projekts „So schmeckt München!“ und wurde in Kooperation mit Jürgen Wiesenhofer (apartment02), dem Münchner Ernährungsrat e.V., UNSER LAND und der Community Kitchen durchgeführt.

Logo Apartment 02
Logo Münchner Ernährungsrat
Logo Unser Land
Logo Community Kitchen

Weitere Informationen zum Projekt:

Lieferbetriebe aus der Region

Brot, Fleisch, Eier oder Bier: hier finden Sie Lieferanten für die Gastronomie in und um München.
Zur Übersichtskarte

Flyer zur Veranstaltung

PDF zum Download

Fotos: alegra kommunikation

Speed Dating der „ökologischen Art“

Foto: alegra kommunikation

Unter dem Motto „Küche trifft Region“ – fand am 9. März 2023 zum ersten Mal ein neues Vernetzungsformat statt: Beim „Speed Dating“ der anderen Art kamen 20 Küchenverantwortliche und 23 regionale Bio-Lieferbetriebe zusammen. Im 5-Minuten-Takt wechselten die Gesprächspartner den Tisch und konnten sich so an einem Nachmittag mit allen Sinnen von der Vielfalt des regionalen Produktangebots und dem dahinterliegenden Enagegement der Produzenten überzeugen.

Regionale Bio-Produkte mit Gesicht

Ziel der Veranstaltung ist der Aufbau von langfristigen, partnerschaftlichen Lieferbeziehungen. Ein erster Erfolg: die Veranstaltung stieß auf allen Seiten, ob Küche oder Lieferant, auf sehr positive Resonanz. Innerhalb kürzester Zeit entstanden erste Kontakte und Anfragen.

Das Event fand im neuen Paulaner am Nockherberg statt, geführt von dem Wirte-Duo Florian Lechner und Christian Schottenhamel. Auf seiner Speisekarte zeigt das Wirtshaus, wie man erfolgreich bio-regionale Lebensmittel seinen Gästen interessant gestalten kann.

Weitere Termine

Das Gemeinschaftsprojekt von Ecozept, Bioland, Naturland, Fibl und der Projektstelle Ökologisch Essen vom BUND Naturschutz in München wird an verschiedenen Terminen angeboten. Für den Folgetermin am 16. November sind noch Plätze frei – also besser gleich anmelden!

Kontakt: bio@bn-muenchen.de

Eindrücke von der letzten Veranstaltung:

Fotos: alegra kommunikation

10.10. – 21.10.2022 – Bio-Aktionswochen in Münchner Kantinen

Foto: alegra kommunikation

Zehn Münchner Kantinen tischten vom 10. – 21. Oktober 2022 täglich ein Bio-Menü für ihre Tischgäste auf, um zu zeigen: Mitarbeiterverpflegung geht sowohl gesund als auch nachhaltig!

Die Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz in Münchens organisiert jährlich die Bio-Aktionswochen, um ein starkes Zeichen für den ökologischen Landbau und Nachhaltigkeit in der Betriebsgastronomie zu setzen. Während der zwei Wochen boten alle teilnehmenden Betriebsrestaurants täglich ein wechselndes Gericht in Bio-Qualität an. Und auch dieses Jahr hat sich wieder gezeigt: Die Nachfrage nach gesundem und umweltfreundlichen Essen bleibt konstant.

Krumme Karotten als Konversationsstarter

Die Bio-Aktionswochen wurden mit Infoständen vor Ort begleitet, wo die Tischgäste saisonale und regionale Ökoprodukte verköstigen konnten. Viel Aufmerksamkeit erregte dabei das krumme Obst und Gemüse vom Bio-Lieferanten Querfeld. Das unkonventionell aussehende Gemüse findet meistens nur den Weg vom Feld in die Tonne, da der Handel diese nicht an Endverbraucher weitergeben kann. Aber auch weitere Partner, wie EPOS oder Ökoring versorgten die Tischgäste mit genussvollen Probierhappen und Naturland nutze die Gelegenheit, um über nachhaltigen Fisch und fair gehandelte Bio-Produkte aufzuklären. Höhepunkt für viele war das Kantinen-übergreifende Bio-Gewinnspiel, wo Gäste für ihr Feedback zum Essen die Möglichkeit erhielten, einen 100-€-Gutschein beim Bio-Restaurant Klinglwirt oder 50-€-Gutscheine bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten zu gewinnen.

Ernährung und Klimaschutz gehören zusammen

Aktuell richtet sich in Sachen Klimaschutz das Hauptaugenmerk zwar auf die Energieversorgung, doch auch die Art und Weise, wie wir uns ernähren, kann wesentlich zum Schutz des Klimas beitragen. Bio-regionale Speisen überzeugen da mit einem besseren CO2-Fußabdruck. Sie sind weder von Gas-intensiven Kunstdüngern abhängig, noch müssen sie lange Transportstrecken hinter sich bringen. Außerdem fördern biologisch erzeugte Speisen sogar unsere Artenvielfalt, da sie auf viele Pestizide verzichten und die Böden der Ökofelder mit Pflanzenkulturen aufgebessert werden.

Münchner Betriebsrestaurants schätzen die Aktionswochen

An den Bio-Aktionswochen nahmen in diesem Jahr folgende Unternehmen teil: Allianz One Business Solutions GmbH, Food & more GmbH (UniCredit Bank AG / HypoVereinsbank), IWL gGmbH (iwentcasino), Linde GmbH (Engineering Division), MAN Truck & Bus AG, MTU Aero Engines AG, Studentenwerk München, Versicherungskammer Bayern und die Kantine im Kreisverwaltungsreferat. Die Bio-Aktionswochen zeigen, dass Bio auch im großen Maßstab funktioniert. Auch sind viele der teilnehmenden Betriebe bereits seit dem Anfangsjahr 2011 durchgehend mit dabei.

13.10.2022 – Presse-Event zu den Bio-Aktionswochen 2022 in der KVR-Kantine

Von links: Dr. Rudolf Nützel, Mona Fuchs, Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller Gradl und Julia Schmitt-Thiel (Foto: Martin von Creytz)

Zehn Münchner Kantinen tischten während den Bio-Aktionswochen, die seit letzten Montag (10.10.2022) stattfinden, täglich ein Bio-Menü für ihre Tischgäste auf: Von Allianz über LINDE bis hin zu städtischen Kantinen sind dabei unterschiedlichste Kantinenformen vertreten. Auch die KVR-Kantine öffnete als Teil der Aktionswochen die Türen. Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller-Gradl, der Pächter der KVR-Kantine Jens Riedel und der BUND Naturschutz (BN) München luden am Donnerstag (13.10.2022) gemeinsam zu einer Presse-Konferenz ein, um zu zeigen wie eine gesunde, schmackhafte und gleichzeitig nachhaltige Mitarbeiter:innenverpflegung in einer Kantine möglich ist.

Die BN-Ausstellung zur Hühnerhaltung zeigte einen anschaulichen Vergleich zwischen konventioneller und ökologischer Haltung der Tiere. Besonders thematisiert wurde in diesem Jahr die Problematik der Lebensmittelverschwendung. So konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden und für einen leckeren Smoothie aus verschiedenem Obst und Gemüse auf dem Smoothie-Bike strampeln. Auch waren die Stadträtinnen Julia Schmitt-Thiel (SPD) und Mona Fuchs (Grüne) vor Ort und sprachen ein paar Worte. Die Münchner Abendzeitung veröffentlichte einen Artikel über die Veranstaltung.

Durch unsere Infostände mit Ausstellungen, Info-Materialien und Kostproben sowie durch ein Gewinnspiel in den teilnehmenden Kantinen erhöhen wir die Aufmerksamkeit und informieren die Tischgäste zusätzlich.

Mit den Bio-Aktionswochen setzen wir ein starkes Zeichen für den ökologischen Landbau und Nachhaltigkeit in der Betriebsgastronomie und zeigen, dass Bio auch in großem Maßstab funktioniert. Viele der teilnehmenden Betriebe sind seit dem Anfangsjahr 2011 durchgehend mit dabei. Mehr Informationen rund um die Bio-Aktionswochen und zu den zehn teilnehmenden Kantinen finden Sie hier.

Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung zu den Bio-Aktionswochen 2022.

04.05.2022 – Der BruderOx – vom Maul zum Schwanz

Foto: BN

Am 04. Mai veranstaltete die Projektstelle Ökologisch Essen ein Workshop zur Ganztierverwertung für die Gastronomie. 20 Teilnehmende erfuhren dabei alles rund um das Thema „Nose to Tail“ und das Projekt BruderOx, bei dem Ochsen aus der Milchwirtschaft ein artgerechtes Leben gegeben werden soll.

„Nose to Tail“ ist der neue & alte Trend, bei dem ein Tier komplett verwertet wird. Selbst derzeit weniger beliebte Teile werden dabei mit etwas Raffinesse zu einem kulinarischen Highlight. Sowohl für die Gastronomie, als auch für Betriebskantinen ist das Thema interessant, da dadurch spannende, neue Gerichte, aber auch enge wirtschaftliche Partnerschaften zwischen Gastronomen und Landwirten aufgebaut werden können.

Im Rahmen des Workshops verkosteten wir das Bio-Fleisch aus dem Projekt „BruderOx“ der Ökomodellregion Paartal, welches uns vom Dachauer Biobauerndienst geliefert wurde. Dabei wurde klar dargestellt wie Fleisch und Milch zusammenhängen und wie wichtig es ist, auch Absatzmarkt für Ochsen zu generieren – besonders in der Bio-Branche. Denn viele männliche Kälber aus der Milchproduktion werden weiterhin als „Abfallprodukt“ gesehen und müssen für Ramschpreise verkauft werden. Sie können daher nicht in der Wertschöpfungskette bleiben. Nebenbei produziert unsere Milchproduktion jedoch weiterhin am laufenden Band Kälbchen. Das Ziel des Projekts „BruderOx“ ist daher, auch den männlichen Kälbchen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, zum Beispiel als Ochsen mit anschließender Fleischverwertung.

Hier bietet die Ganztierverwertung eine ganz besondere Chance, Ochsenfleisch wieder verstärkt zu nutzen. Unser Referent der Bio-Mentor Hubert Bittl stellte vor, wie er als Küchenleitung der Versicherungskammer Bayern bereits seit Jahren die Ganztierverwertung bei sich umsetzt. Die Diskussionen lebten durch die Teilnehmenden der unterschiedlichsten Hintergründe auf, bei welchen von Küchen- und Hotelleitungen bis hin zu Lieferanten und Landwirtinnen alle vertreten waren. Der Workshop wurde durch das Referat für Klima- und Umweltschutz der Stadt München mitfinanziert und durch die Projektstelle Ökologisch Essen organisiert. Wir bedanken und herzlich bei unseren Kooperationspartnern und den Teilnehmern für den gelungenen Workshop und freuen uns auf eine Wiederholung. Nächstes Mal vielleicht mit einem Bruder-Zicklein?!

27.04.2022 – Catering in BIO? Na LOGISCH!

Foto: BN

Am 27. April organisierte die Projektstelle Ökologisch Essen zusammen mit der Biostadt München einen Workshop zu Bio-Catering für die städtischen Einrichtungen. Zusammen beleuchteten wir die zukünftigen Anforderungen an Cateringfirmen, Erfahrungsberichte eines Best-Practice-Beispiels, Bio-Lieferantenstruktur oder die Bio-Zertifizierung.

Wir haben uns sehr gefreut, für den Workshop die erfahrene und bekannte Frau Carola Petrone vom Il Cielo Catering zu gewinnen, die für uns ein Bio-Catering ausgerichtet hat und dabei ihre Erfahrungen und Tipps zur Bio-Einführung inklusive Kalkulation geteilt hat. Bei der Verkostung haben sich die Teilnehmende davon überzeugen können, dass Bio ganz klar besser schmeckt.
Astrid Engel von der Biostadt München gab uns eine Übersicht, was sich durch die neuen Stadtratsbeschlüsse im städtischen Catering verändern wird. Sebastian Funk, Geschäftsführer des Bio-Großhändlers EPOS Bio Partner Süd hat uns regionale Bio-Lieferstrukturen und den Bio-Großhandel näher gebracht, während Günter Blodig von ABCERT den Prozess einer Bio-Zertifizierung für die Gastronomie beleuchtete.

Es gab es genug Raum und Zeit um sich untereinander zu vernetzen und Fragen rund um Bio zu adressieren, und auch bestimmte Gedanken zu diskutieren. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Kooperationspartnern und Teilnehmenden für diesen tollen Workshop!

Derzeit wird ein zweiter Teil im Herbst 2022 geplant. Bei Interesse zur Teilnahme, melden Sie sich gerne bereits vorab!

Hier geht es zum Programm.

04.05.2022 – Soziale Öko-Wiesn anstelle einer „Hendlsauerei“

Foto: BN

Als Teil des Bündnisses zur Aktion „Hendlsauerei – the dark side of the Wiesn“ waren wir letzte Woche am Marienplatz um dort über die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Oktoberfests und anderer Münchner Großveranstaltungen aufzuklären.

Grundlage war ein Forderungskatalog, der am 04. Mai Politikern des Münchner Stadtrats übergeben wurden. Die BUND Naturschutz Kreisgruppe München war natürlich als Unterstützerin mit dabei. Ziel ist die Wiesn rundum nachhaltiger zu gestalten, die Klimaneutralität der Stadt einzuhalten und die regionale Vernetzung zwischen Wirten, Landwirten, Politikern und Bürgern.

Vom 03.05.2022 bis zum 05.05.2022 fand am Marienplatz die Aktion „Hendlsauerei – The Dark Side of the Wiesn“ von der Münchner Initiative Nachhaltigkeit statt und wird von uns und mehr als 30 weiteren Vereinen unterstützt. Das Forderung des Aktionsbündnisses ist, dass Produkte wie Hendl auf der Wiesn biologisch, regional, saisonal und fair sein sollen, damit die Klimaziele der Stadt München auch tatsächlich eingehalten werden können.

Wir fordern gute Bedingungen für die Tiere, die auf der Wiesn verkauft werden. Jedes Jahr werden etwas mehr als eine halbe Million Hendl auf dem Oktoberfest verspeist, die hauptsächlich aus der intensiven Tierhaltung stammen. Das ist nicht nur schlimm für die Tiere, sondern auch für die Umwelt und damit für unsere Zukunft. Wir fordern daher, dass die Wiesn und andere Münchner Großveranstaltungen umweltfreundlicher und klimaneutral werden.

Dafür muss unser Fleischkonsum geringer werden, weil der Verbrauch von Fleisch so enorm ist, sodass wir die Ressourcen unseres Planten zu stark ausnutzen. Große Flächen der Regenwälder werden für den Sojaanbau abgeholzt, wovon die Ernte zum Großteil für die Fütterung von Nutztieren verwendet wird. Dabei werden große Mengen an CO2 freigesetzt, das vorher lange und sicher in Bäumen, Böden und anderen Pflanzen der Regenwälder gespeichert war.

Wir haben mit einem Kunstobjekt und Infostand, Passanten auf die Missstände hingewiesen. Mit Politikern, der Presse und Unterstützende waren wir am 04. Mai vor Ort um die Forderungen an den Stadtrat zu übergeben.

Damit München die Klimaneutralität bis 2035 erreichen kann, muss mehr getan werden. Innerhalb von zwei Wochen emittiert das Oktoberfest so viel CO2 wie eine Großstadt! Es wird also höchste Zeit, dass sich etwas ändert. Hier gilt das Motto: Genuss und Gaudi zum Wohl aller!

Hier finden Sie mehr Informationen zu den Forderungen und zur Aktion selbst.

22.01.2022 – Wir haben es satt DEMO

Foto: Kampagne Meine Landwirtschaft

Unser Beitrag zur „Wir haben es satt DEMO“ in Berlin – #StaffelLauch

Staffellauch für die Agrarwende – wir haben Agrarindustrie satt! Die Pestizideinsätze sind weltweit so hoch wie nie zuvor. Wir haben ein furchtbares Insektensterben in Deutschland und ganz nebenbei gehen auch noch unsere Landwirt*innen pleite – während Großbetriebe Rekordumsätze machen. Da stimmt doch etwas nicht?!Wir haben es auf jeden Fall satt – wir wollen eine echte Agrarwende, die unsere Bauern und unsere Artenvielfalt erhält, während echter Klimaschutz betrieben wird. Deshalb haben wir am diesjährigen #Staffellauch des Bündnisses Wir-haben-es-satt teilgenommen. Ihr habt gerade noch 5 Minuten Zeit? Dann nehmt doch ebenfalls daran teil! Alles was ihr braucht, ist eine Stange Lauch und ein Smartphone. Die Videos gehen dann direkt an das Bündnis. Mehr Infos dazu findet ihr hier: https://www.wir-haben-es-satt.de/

Zum Thema passt auch unsere nächste Radiosendung:

Mit Füßen getreten – der unterschätzte Boden

bn-phonstudio am Donnerstag, 20. Januar, 19-20 Uhr

auf LORA München 92,4Mehr Info: https://bn-muenchen.de/naechste-sendung/

06. Dezember 2021 – Blick hinter die Kulissen des Fairen Handels

Mit der Sendereihe „Blick hinter die Kulissen: Akteur*innen, Wege und Stationen des Fairen Handels“ wollen wir den Fairen Handel wieder stärker ins Bewusstsein der Verbraucher*innen rücken. In dieser Sendung spricht Radio Lora über das Thema Siegel, Zertifizierungen und Labels – unter anderem mit Und Anke Neumeier von der Projektstelle Ökologisch Essen des Bund Naturschutz in München.

Hier der Link zum Bericht: https://lora924.de/2021/12/06/sendung-blick-hinter-die-kulissen-des-fairen-handels-teil-6/