AKTIONEN

Immer mehr Münchner Küchen beteiligen sich an der BN-Initiative "Bio-Aktionswoche"

Jedes Jahr im Herbst organisiert der BUND Naturschutz seine stadtweite Bio-Aktionswoche für Einrichtungen des Außer-Haus-Verzehrs (AHV). Beim Auftakt im Jahr 2011 kochten acht Betriebsrestaurants 20.000 Bio-Gerichte für ihre Mitarbeiter*innen. Zuletzt waren es 14 teilnehmende AHV-Küchen mit 50.000 ausgegebenen Bio-Essen.
Manche nutzen die Woche für Besonderheiten wie Öko-Hähnchenfleisch vom Zweinutzungshuhn aus dem Chiemgau. Auch spannende Infostände mit Gewinnspielen und Kostproben erhöhen die Aufmerksamkeit und Attraktivität des Bio-Angebots. Erfahrene Kooperationspartner wie Tagwerk, Gepa und die Ökokiste unterstützten bisher bei der Standbetreuung.

Quelle: www.oekolandbau.de / © BLE, Bonn / Foto: Thomas Stephan

Quelle: www.oekolandbau.de / © BLE, Bonn / Foto: Thomas Stephan


Auszeichnung

So viel Engagement wird belohnt. Die Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis und die Hamburg Messe zeichneten die vom BN initiierte Bio-Aktionswoche im Jahr 2016 als „Beste Aktion“ aus. Die Preisverleihung fand auf dem Deutschen Kongress für Gemeinschaftsgastronomie auf der INTERNORGA in Hamburg statt.

Preisverleihung Beste Aktion


Tipps für Bio-Aktionen

Partizipation

Aktionswochen locken Essensgäste an, die das Angebot bisher noch nicht nutzen und bringen Abwechslung in den Speiseplan. Gelingt es, die Tischgäste in die Gestaltung mit einzubeziehen, steigert das die Attraktivität noch mehr. Denkbar ist dies z. B. über einzelne Bio-Aktionstage vorab, an denen sie die Speisen bewerten. Stellen Sie für jedes zu bewertende Gericht einen Glasbehälter auf und geben Sie jedem Essensgast eine Nuss zum Hineinwerfen. Die Sieger kochen Sie dann in der Aktionswoche.
Auch Schätzspiele oder ein Bio-Quiz machen das Mittagessen zu etwas Besonderem. Unternehmen können ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement mit einbeziehen. Bio-Kostproben kommen immer gut an. Vielleicht unterstützt Ihr Lieferant Ihre Aktion mit dem Ausschank von Bio-Saft. Oder die Aktionswoche besteht aus Wünsch-Dir-was-Tagen. Bieten Sie beliebte und bekannte Speisen in Bio-Qualität an.
Bei dauerhaften Essensgästen ist ein Wettbewerb für einen Mensa-/Betriebskantinen-Namen eine weitere Möglichkeit der Partizipation.

Mottoparty

Wir empfehlen, beim Bio-Angebot Jahreszeiten oder Highlights wie Halloween, Europa- oder Weltmeisterschaften zu thematisieren. Auch unabhängig vom Sport sind Länder-Tage attraktiv. Stimmen Sie Servietten und Deko auf Ihr Motto ab. Vielleicht ist auch passende Hintergrundmusik möglich?
In der Schulverpflegung können Mensa-Themen im Unterricht aufgegriffen werden oder umgekehrt. In Projekten entwerfen Schüler*innen Dekorationsentwürfe oder bauen gar aus Paletten Sitzmöbel für den Außenbereich.

Glücksgefühle

Scheuen Sie sich nicht, von einem neuen Bio-Gericht nur eine kleine Anzahl anzubieten und das auch vorher anzukündigen, denn Knappheit erhöht die Attraktivität. Fragen Sie die Zuspätkommenden, wann sie die Bio-Speise gerne probieren möchten. Das weckt Vorfreude und die sorgt für Glücksgefühle.

Werbetrommel

Wichtig ist, dass Sie jeden Aktionstag bereits im Vorfeld bewerben. Gestalten Sie Werbeplakate mit schönen Bildern der Bio-Bauernhöfe oder -Gärtnereien, von denen Sie Ihre ökologisch kontrollierten Lebensmittel erhalten. Bringen Sie auf Ihren Plakaten, Anzeigen oder Kundenstoppern einen Datumszettel in einer knalligen Farbe an, den Sie am Aktionstag mit "HEUTE" überkleben. Schauen Sie sich die Tricks der Werbeindustrie ab und setzen Sie diese für Ihre gute Verpflegung ein.

Nudging

Der Mensch geht gerne den Weg des geringsten Widerstands. Stupsen Sie (englisch "to nudge") Ihre Gäste in die richtige Richtung, indem Sie die Entscheidung für Bio-Speisen möglichst einfach gestalten. Platzieren Sie sie griffbereit und dort, wo der erste Blick hinfällt, also an der Ausgabetheke gleich am Anfang und auf Greif- bzw. Augenhöhe. Auf der Speisekarte, entsprechenden Aushängen oder Kundenstoppern stehen die Bio-Gerichte ganz oben. Verzieren Sie sie mit lachenden Smileys. Schon diese einfachen Symbole können die Nachfrage deutlich steigern.
Die Farbe Grün steht für Natur, Frische und Gesundheit. Setzen Sie sie großflächig für Ihr ökologisch kontrolliertes Angebot ein. Auch die Wirkung der Farbe Rot können Sie nutzen. Sie regt auf und führt zu Impulshandlungen. Setzen Sie kleine Impulse für Ihr gesundes Bio-Angebot. Achten Sie prinzipiell auf gute Beleuchtung, denn gedämpftes Licht lässt uns eher zu Ungesundem greifen, helles Licht eher zur gesunden Alternative. Große Portionen fördern den Konsum. Nutzen Sie diesen Effekt, indem sie Ihr Bio-Gemüse in größeren Mengen anbieten und weniger gesundheitsförderlichen Speisen in kleineren.
In Kitas und Schulen erleichtern Sie die gute Wahl mit kreativen Namen. Denken Sie dabei an Tiere, Comic-Helden oder bei Kindern und Jugendlichen beliebte Berühmtheiten. Wie wäre es mit einem Bärenteller, dem Spiderman-Menü oder der Leibspeise eines Profi-Sportlers?

Belohnung

Die kluge Entscheidung erleichtern Sie Ihren Essensgästen, indem Sie sie über die Vorteile von Bio informieren. Den Hintergrund dafür liefern uns neurowissenschaftliche Untersuchungen: Billigangebote aktivieren in unserem Gehirn das Belohnungssystem. Dank des freigesetzten Glückshormons Dopamin fühlen wir uns wohl. So wohl, dass wir alles andere ein bisschen vergessen. Leider auch den Vorsatz, Lebensmittel in guter Qualität zu kaufen. Der günstigste Preis wirkt wie eine Belohnung, wenn die Qualitätsunterschiede nicht ausreichend transparent, bekannt oder wahrnehmbar sind. Forscher der Universität Göttingen fanden heraus, dass Konsumenten sich mehr Informationen wünschen, um sicher zu sein. Sorgen wir also für Glaubwürdigkeit und Sicherheit. Dann lösen die Bio-Vorteile die Glückshormon-Belohnung im Gehirn aus. Auch in Bezug auf die Gestaltung und Platzierung der Bio-Vorteil-Infos hilft eine wissenschaftliche Erkenntnis: Je auffälliger Informationen sind, desto eher beeinflussen sie die Kaufentscheidung. In der Bio-Aktionswoche erreichen wir das durch einen schönen, grünen Infostand an prominenter Stelle:

Infostand mit Apfelverkostung vor der Ausgabetheke -> Weitere Fotos von der Bio-Aktionswoche